Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 136)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmaun als seinen Führer bezeichnete und andere aufforderte, Weizmann zu unterstützen. Wir amerikanischen Zionisten sind mit Vorschlägen zum Kongress gekommen. Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass die Vorschläge von einem grossen Teile der Delegierten missverstanden worden sind. Ich werde versuchen, sie hier klar zu machen. Die amerikanische Organisation, die sich so bewährt hat, die sich in den letzten zwei Jahren wie eine Wand vor die ganze Organisation gesteilt hat, plant kein Attentat auf die Zionistische Organisation. Es wäre sinnlos, von ihr zu behaupten, dass sie versuchen will, die Zionistische Organisation zu liquidieren. Was wir vorzuschlagen haben, stützt sich auf Erfahrung. Die amerikanischen Zionisten haben in den letzten zwei Jahren Gelegenheit gehabt, mit Juden aller Lager in Kontakt zu kommen, in einen engeren Kontakt als die Zionisten in anderen Ländern. Diesen Kontakt hat uns der Keren Hajessod gegeben. Wir hoffen, dass wir weiter in diesem Kontakte bleiben. Wir haben dabei die verschiedenen Juden kennen gelernt und wir haben gefunden, dass sie alle von dem Gefühl für Palästina beseelt sind, auch wenn sie noch nicht in der Zionistischen Organisation drin sind. Wir hoffen aber, dass sie kommen werden. Es war ein erfreuliches Zeichen, dass auf der letzten zionistischen Tagung in Baltimore eine grosse Vertreterschaft von Keren Hajessod-Zahlern gewesen ist, von Juden, die man bisher bei uns nicht gesehen hat. Dieser Kontakt hat uns gezeigt, dass es keinen Juden gibt, der nicht für Palästina gewonnen werden kann. Wir sind zu dem Beschlüsse gekommen, dass die Lösung der drückenden Frage der Jewish Agency nur erfolgen kann zusammen mit der Frage der Nichtzionisten, welche an der Erez Israel-Arbeit teilnehmen wollen. (Ruf: Wo sind sie?) Nur ein bisschen Geduld. Wenn ich sie alle herbringen wollte, so würden sie nicht in 10 Schützenhäuser hineingehen. Wir sind zu dem Beschlüsse gekommen, dass es in Amerika viele Männer von Einfiuss gibt, die wir in unserer Bewegung haben müssten. Es sind dies Männer, die Notabein zu schelten sinnlos wäre. Jeder Jude in Amerika, der Einfiuss hat, muss in die Organisation kommen. Nehmen wir M a r s h a 11, Oskar S t r a u s s und noch andere, ich kann nicht alle Namen nennen. (Lebhafte Unterbrechungen.) Ich werde Sie schon privat informieren. Wir wissen aus Erfahrung, dass der Gewinn eines solchen Mannes wie Mr. Untermeyer, welcher nicht ganz mit uns übereinstimmte, doch ein grosser Gewinn für den amerikanischen Zionismus, für den Keren Hajessod war, und wir wissen, dass er nicht beabsichtigt, unserer Zionistischen Organisation zu diktieren. Ebenso hoffen wir, uns noch mit anderen Juden zu verständigen. Es wäre sicherlich gut gewesen, wenn wir Zionisten allein unsere Aufgaben hätten erfüllen können. Aber wir wollen uns nicht selbst täuschen. Wrir haben in den letzten Jahren die bedauerliche Erfahrung gemacht, dass die Zionistische Organisation den gewaltigen Aufgaben nicht gewachsen ist. Sie ist nicht grösser und nicht einheitlicher geworden. Es fehlt uns der homogene systematische Aufbau. Wir haben Parteien, wir haben Rechts- und Linksparteien, wir haben Definitionen von Kaschrus und Schabbos, es muss aber praktisch 8 113