Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 135)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5243-3481388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gerichtet hat, keine Schranken für uns mehr seien; dass diese Schranken im jüdischen Leben immer mehr niedergerissen werden, und dass ein lebendiger Zusammenhang bestehen soll zwischen allen Gliedern der Zionistischen Organisation; ein Zusammenhang, so gross, dass jede Leitung, die wir wählen werden, fortgerissen sein wird von dieser Empfindung eines gemeinsamen jüdisch-nationalen Lebens in Palästina und im Galuth. (Stürmischer Beifall.) Delegierter Jacob Fishman (Amerika, jüdisch): Geehrter Kongress! Im Namen der amerikanischen Landsmannschaft will ich in aller Bescheidenheit unsere Forderungen bekanntgeben. Sie werden vielleicht nicht glauben, dass ein Amerikaner bescheiden sein kann. (Heiterkeit.) Aber als das Kongressgericht in seiner Weisheit geiunden hat, dass die Zahl unserer Mandate auf 11 herabzusetzen ist, haben wir uns gleich gefügt, obwohl wir sehr wohl wissen, dass bei früheren Gelegenheiten die Bestimmungen nicht so streng eingehalten wurden. Dies mag Ihnen ein Beweis dafür sein, dass wir keinen anderen Wunsch haben als den, der Bewegung zu dienen. Die Forderungen, die wir an erste Stelle setzen, sind: dass es uns der Kongress ermögliche, die Arbeit in Amerika fortzusetzen, eine Arbeit, die wir in den letzten paar Jahren eigentlich erst begonnen haben. Sie wissen, dass wir in Amerika erst in den letzten Jahren unsere Kraft kennen gelernt haben, wozu uns die Besuche unseres Präsidenten Weizin a n n und der Herren S o k o 1 o w und Schmarja L e v i n verholten haben. Ich stimme Herrn Rabbiner Berlin zu, wenn er meint, dass das in Amerika Erreichte nur ein Minimum sei. Ich und alle meine Kollegen wären sehr unglücklich, wenn wir glauben müssten, dass das, was in Amerika geschaffen wurde, ein Maximum sei. Ich glaube aber, dass es ein ganz anständiges Minimum ist, und dass wir, wenn wir jetzt weiter gehen, auch das Maximum erreichen werden. Wir fordern weiter vom Kongress, dass er die Begeisterung schaffen soll, von der Rabbiner Berlin gesagt hat, dass sie fehle. Die Ursache ist, dass Elemente hereingekommen sind, welche die Autorität unserer Führer untergraben wollen und den Eindruck erwecken, dass wir untereinander gespalten sind und mit Misstrauen auf unsere Führer schauen. Wenn wir nach Amerika zurückkommen, und wenn dann wirklich Grund vorhanden sein sollte zu glauben, dass die Verdächtigungen unserer Führer, für welche das ganze amerikanische Judentum so grosse Achtung empfindet, begründet seien, dass das, was in Flugschriften behauptet wurde, nämlich dass unsere Führer angefangen haben, den Glauben an die Zionistische Organisation zu verlieren und die Zionistische Organisation an Geldjuden verschachern wollen, irgendwie begründet ist, — dann werden wir ein solches Minimum in Amerika erleben, dass wir alle staunen werden. Bei uns in Amerika ist die Zeit gekommen, wo nicht nur die Zionisten. sondern der Grossteil der Juden die grösste Achtung und den grössten Respekt vor unseren Führern bekommen haben. Es ist bedeutsam, dass Louis M a r s h a 11, der sich als Nicht-Zionist erklärte, dennoch 112