Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 130)
- Language
- German, English, Hebrew
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unsere Idee und Bewegung schwach geworden sind, dann sollten wir Tins alle Verhandlungen schenken. Aber — und da hoffe ich im Namen aller arbeitenden Zionisten zu sprechen — unsere Organisation ist nicht schwach, wir sind der stärkste organisatorisch zusammengefasste Faktor im jüdischen Volke. Wir sind die grösste, stärkste, intensivste Gruppe. Nur uns gelingt es, eine Million Pfund für den Keren Hajessod zu bekommen. Wenn wir in den Ländern arbeiten und den Nichtzionisten gegenüberstehen, wo und wann haben wir je das Gefühl der Schwäche? Sehen wir denn nicht, dass wir Zionisten der ganzen jüdischen Welt das Tempo der Entwicklung und ihre Tendenz geben? Es gibt nur eine Möglichkeit für die nichtzionistische Welt, dass sie sich Nichtzionisten nennt; sie hat keinen anderen Ausdruck. Aber warum wird das gerade aui der vornehmsten Tribüne durch die Zerfahrenheit der Zentrale verdeckt? Nicht die Bewegung ist schwach, nicht die Organisation, sondern unsere Zentralen sind schwach, und darum wollen sie nicht die Stärke unserer Bewegung sehen. Wo man aber nicht die Stärke der Bewegung sieht, da ist man auch nicht in der Lage, eine richtige Politik gegenüber den anderen jüdischen Faktoren zu treiben. Ich verstehe es ganz gut und ich verlange nicht und glaube auch nicht, dass man den anderen Juden gegenüber wie ein Bramarbas auftreten soll. Aber man muss in seinem Innern wissen, wie man sich einzuschätzen hat, wenn man anderen Leuten gegenüber die richtige Sprache führen will. Ich erkenne die Bedeutung des nichtzionistischen Elements im jüdischen Volk an. Ich kenne seine Verdienste in der Vergangenheit und Gegenwart. Wenn wir "dies aber tun, so haben wir auch das Recht, zu konstatieren, welche Rolle wir schon heute in dieser jüdischen Welt spielen. Diese Rolle steigt von Jahr zu Jahr, und wir wünschen, dass unsere Exekutive uns in dieser Sache anders unterstützt, als wir es bisher manchmal bemerkten. Diese Schwäche unseres Zentralapparates ist auch die Erklärung dafür, dass die Institutionen, welche mit unserer Organisation zusammenhängen, Differenzen unter sich und mit der Bewegung haben. Die Institutionen werden unter sich diese Differenzen nicht erledigen. Die zionistische Bewegung, vertreten durch ihre Leitung, muss der Herr bleiben im ganzen nationalen jüdischen Lager. Ich glaube, ich brauche nicht viel über den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth zu sprechen. Ich persönlich bin überzeugt, dass die Verlegung der Zentrale des Keren Kajemeth nach Jerusalem der Anfang zu einer starken Entwicklung für den Keren Kajemeth sein wird. Es ist hier vielfach konstatiert worden, welche Erfolge der Keren Hajessod in diesen Jahren gehabt hat und wie allmählich der Gedanke des Keren Hajessod in die jüdische Welt dringt. Es wäre unrecht, wenn wir nicht von der ungeheuren Leistung sprechen wollten, welche unter Führung unseres Präsidenten Dr. Weizmann in Amerika für den Keren Hajessod vollbracht wurde. Die politische, die wirtschaftliche Bedeutung dieser Aktion und ihre finanzielle Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft können nicht stark genug hervorgehoben werden. Wir sind über eine finanzielle Krisis hinausgekommen, welche furchtbare Folgen hätte haben 107