Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 128)
- Language
- German, English, Hebrew
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durch die Balfour-Deklaration und durch die nationalen Verhältnisse in Palästina sowie durch >die Weltlage vor gezeichnet ist, so. wird es uns möglich sein, den Aufbau Palästinas, die Kolonisation des Landes so durchzuführen, wie sie uns immer vor Augen schwebte. Zu den Streitfragen hierüber will ich nur ganz kurz im allgemeinen Stellung nehmen. Für uns ist es keine Frage, dass der Aufbau Palästinas in erster Linie wirtschaftliche Aufgaben an uns stellt und dass diese wirtschaftlichen Aufgaben vor allen Dingen erfordern, dass wir unsere Aufmerksamkeit in erster Reihe der Besiedlung der jetzt nicht urbar gemachten' Ländereien in Palästina durch Juden zuwenden. Es hiesse Eulen nach Athen tragen, wenn man hier ein Wort über die Tatsache verlieren wollte, dass die nationale Existenz eines Volkes in einem Lande davon abhängt, ob es ihm gelingt, den Boden zu bebauen. Die Stadt richtet sich nach dem Lande. Ich will nicht sagen, dass wir die propagandistische Arbeit für überflüssig halten, sie gering schätzen; aber wenn wir abzuwägen haben zwischen dem Mass der Arbeit in Stadt und Land, müssen wir uns immer bewusst bleiben, dass die Entscheidung auf dem Lande fällt und die Stadt dem Lande folgt. Herrn Dr. H a l'p e r n s Ausführungen über die Industrialisierung Palästinas haben wir mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Ebenso haben wir gern in dem Bericht der Palästina-Exekutive gelesen, dass die Aussichten für die Rentabilität der Landwirtschaft bessere geworden sind. Wir sprechen den Wunsch aus, dass diesem grundlegenden Probleme unserer Wirtschaftsarbeit in Palästina die allergrösste Aufmerksamkeit seitens sämtlicher Faktoren, die in Palästina arbeiten, geschenkt werde. Ich möchte dieses Gebiet nicht verlassen, ohne auch diesmal wieder, wie in früheren Jahren, unserer Befriedigung darüber Ausdruck zu geben, dass Dr. R u p p i n im Rahmen des finanziell Möglichen in die Lage kommt, seine Anschauungen über die wirtschaftliche Entwicklung in Palästina durchzuführen. (Beifall) Die Verdienste, die sich Herr Dr. Ruppin jetzt wieder, wie wir aus dem Munde Dr. Weizmanns gehört haben, erworben hat, geben mir die besondere Veranlassung, auf die zentrale Stellung Dr. Ruppins in allen diesen Fragen hinzuweisen. Wenn ich auch in erster Reihe von der Bedeutung der wirtschaftlichen Dinge in Palästina spreche, so möchte ich, um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, auf die unlösliche Verbindung hinweisen, die zwischen der Wahrnehmung unserer politischen Rechte in Palästina und unseren wirtschaftlichen Möglichkeiten daselbst besteht. Wrir Juden sind leider in den letzten Jahrhunderten von dem politischen Leben ausgeschlossen gewesen, und es ist uns daher manchmal etwas ungewohnt. Aber wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass die Durchführung eines wirtschaftlichen Programmes in weitem Masse von politischen Voraussetzungen abhängt. 'So wird uns die politische Arbeit, d. h. der Versuch, die politischen Rechte, die uns das Mandat und die Balfour- Deklaration gegeben haben, in Realitäten zu verwandeln, als eine der ersten Notwendigkeiten vor Augen geführt. 105