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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 100

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 100 (sequence 123)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5231-3481376
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Gebote ins Oemeindebuch, in der Hoffnung, dass man sie auf diese Weise genau erfüllen würde. Auch uns gefiel nicht die Form eines Beschlusses der Organisation. Aber wir dachten, dass die Sache von uns offiziell ausgesprochen und verbrieft werden muss für jene Kreise, die gewöhnt sind, auf das geschriebene Wort und Oesetz zu achten; sind doch die Beschlüsse des Kongresses bindend auch für die Führer des Zionismus. Leider .aber hat man -den erwähnten Beschlussdes vorigen Kongresses nicht beachtet. Man ist sich nicht bewusst gewiesen, dass es hier um Dinge geht, die gerade jenen Kreisen des Volkes, auf die es ankommt, heilig sind. Man hat trotzdem zugelassen, dass der Sabbat entweiht und das jüdische Gesetz übertreten wurde, ohne zu bedenken, dass viele tausende Juden, die im Keren Hajessod mitarbeiten, dies nicht wollen und ihnen angesichts dieser Zustände die Begeisterung fehlen muss, die zu wirklichen Opfern führt. Das musste den Gang unserer Arbeit beeinflussen, denn solche Ergebnisse können das zionistische Gefühl der Leute, die uns nahe stehen, nicht verstärken und sie nicht zu Taten und Opfern begeistern, so dass die Zahl der Arbeiter gering ist und unser Lager Verzweiflung befällt. So ist es zu dieser Situation gekommen, die wir jetzt haben. (Beifall rechts.) Ussischkin hat uns gesagt: „Wenn Ihr wollt, dass das religiöse Element im Leben Palästinas herrscht, dann bringt eben die religiösen Kreise herein, dass sie das Land aufbauen." Aber als dann unsere Chaluzim, die C h a 1 u z>e j ti<a m i s r a chi, kamen-, hat man ihnen überall nur Hindernisse in den Weg gelegt. (Starker Beifall rechts. Rufe bei der Linken: W<as für Hindernisse? Bringen Sie Tatsachen vor!) «Die Leute, die in den Emigrationsämtern arbeiten, werden es Ihnen sagen. Es gibt eine allgemeine Arbeiterorganisation in Palästina; mögte sie bestehen und erfolgreich arbeiten. Aber ist es ein Verbrechen des Poel-Hamisrachi, wenn er sich mit der allgemeinen Arbeiiterorganisatiion nicht vereinigen will? Es gibt eben religiöse Arbeiter, die aus Gewissensgriünden sich mit den übrigen Arbeitern nicht vereinigen wollen und nicht vereinigen können, und da hat man ihnen überall Schwierigkeiten gemacht. (Zwischenruf: Ihr organisiert sie als Streikbrecher!) In der Zeit, wo es an Arbeit fehlt, nennt Ihr die, welche nicht nur für den Gedanken der Arbeit, sondern auch für die Heiligkeit der Thora ihr Leben hingeben, Streikbrecher? Und man begnügt sich nicht mit Rufen allein, sondern es ist schon sogar zu Ueberfällen auf religiöse Arbeiter gekommen. (Grosser Lärm, Zwischenruf: Das ist eine Lüge! — Lebhafte Unruhe.) Delegierter B. Locker (Poale Zion-Polen): •Ziehen Sie dieses Wort zurück! Delegierter I. Schweiger (Zeire Zion, Wilna): Vor dem ganzen Kongress sage ich, dass dies eine Lüge ist. (Grosser, anhaltender Lärm.) Vizepräsident Ben-Zwi: Ich bitte, keine unparlamentarischen Ausdrücke zu gebrauchen " und/sich an .parlamentarische Formen zu halten. Wenn die Behauptung des Redners nicht richtig ist, wird nachher die Möglichkeit gegeben werden, die Sache aufzuklären. Jetzt bitte ich den Fortgang der Verhandlung und die Ordnung nicht zu stören. (Anhaltender Lärm, der Vorsitzende gibt wiederholt das Ruhezeichen.) 100

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