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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 99

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 99 (sequence 122)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5230-3481375
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geschlagener Reformen sind oder nicht, haben das Gefühl, dass wir in der Zionistischen Organisation nicht genug Kraft haben, um unsere Arbeit weiterzuführen. Es ist hier nicht der Ort und die Zeit klarzustellen, ob es unsere Schuld ist oder nicht, aber das ist klar, dass wir mit dem Volk und zum Volk sprechen und dass wir seine Aktion und seine Taten wecken müssen, damit die Arbeit für den Aufbau Palästinas fortgesetzt werde. Wenn Ussischkin gesagt hat, wir brauchen für den Aufbau Menschen, Geld und Kultur, so hat er damit bei uns allen Zustimmung gefunden. Aber wir glauben, dass an erster Stelle die Kultur steht. Die Kultur bringt uns Menschen, die Menschen bringen das Geld. Wenn unsere Hauptsorge die sein wird, Geld zu sammeln, zweifle ich, ob wir dadurch auch die wünschenswerten Menschen bekommen werden, und ohne Menschen gibt es keine Kultur. Wollen wir uns die stärksten Mittel für den Aufbau sichern, dann müssen wir aus jenen Quellen schöpfen, aus denen die Begeisterung, die Energie und Arbeitskraft hervorströmen. Ich will an eine Quelle erinnern, die unsere Führer vergessen haben. Es ist die Quelle der Religion, der Schatz unserer nationalen Seele. In den letzten Monaten gelang es der Leitung, viel Geld für den Keren Hajessod zu verschaffen, besonders in Amerika. Als ein Mann, der von dort kommt, habe ich das Recht, diesen Punkt zu berühren. Ja, der Präsident der Organisation hat wirklich Grosses geleistet, es wurden grosse Geldsummen verschafft, mehr als man vorher gedacht hätte; aber es war nicht das Maximum, sondern das Minimu m dessen, was zu sammeln möglich war. Die Ursache ist bekannt. Wir haben eine Organisation, Menschen, aber nicht eine Begeisterung, die den Menschen ganz erfasst, sondern bloss eine Begeisterung, die nur ein Teil seiner Seele ist. Während wir so viel über die Massen des Volkes sprechen, vergessen wir, wo die Quellen dieser Begeisterung zu suchen sind. Nur bei jenen Schichten, die durch viele Jahrhunderte alle Lasten des Judentums getragen haben, die fest im Judentum wurzeln: sie werden auch jetzt die Lasten des Aufbaues Palästinas tragen. (Beifall.) Diese Schichten hätte unsere Leitung finden müssen an den Orten, die die jüdischen schlechthin sind: in den Synagogen, in den Schulen. (Beifall rechts.) Es geht hier nicht um eine theoretische Frage; jeder von uns hat seine Ansicht und Weltanschauung; über diese zu debattieren, haben wir jetzt keine Zeit. Ich spreche lediglich von praktischen Gesichtspunkten und im Interesse der praktischen Arbeit. Vor zwei Jahren hat der Misrachi hier einen Antrag gestellt, der damals grosse Erregung hervorgerufen hat. Man verspottete uns und fragte: wie könnt Ihr religiöse Fragen zur Abstimmung bringen lassen? Und manche stimmten nicht für unseren Vorschlag. Unsere Situation war der eines Rabbiners in einer kleinen Stadt ähnlich, der sah, dass unter den Mitgliedern seiner Gemeinde niemand ist, der das, was in der Thora geschrieben steht, beobachten würde, dass aber gleichzeitig das, was im Gemeindebuch geschrieben steht, genau beobachtet wird. So ging er hin und schrieb die zehn 7* 99

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