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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 97

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 97 (sequence 120)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5228-3481373
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sich nioht etwa wie eine Herde von Schafen behandeln, die man treiben kann, wohin man will. Es existiert, es ist kräftig, es will leben und sich befreien und zur politischen und kulturellen Renaissance gelangen. Wir empfinden es besonders schmerzlich, dass gewisse Beschränkungen der Einwanderung seitens -der englischen Administration existieren, und wir protestieren dagegen. Wir müssen aber auch sagen, dass, wenn wir von unserer Seite grössere Anstrengungen machen würden, wir diese Beschränkungen überwinden könnten. Bei grösseren Leistungen von unserer Seite wächst ungeachtet aller schriftlichen Beschränkungen die Einwanderung nach Erez Israel. Es mag sein, dass die jüdische Volksmasse nicht in einer solchen Weise reagiert hat, wie man es erwarten sollte, als wir mit der Nachricht von der neuen Wendung im Aufbau der jüdischen Heimstätte Erez Israel hervortraten. Richtig ist aber auch, dass wir nicht so gewirtschaftet haben, um bei dem jüdischen Volke ein grösseres Interesse hervorzurufen. (Zustimmung.) Wir haben dem Aufbauwerk keine Popularität, keine Beliebtheit verschafft, wir haben keine Neigung zu dem Werke hervorgerufen, welches die Zionisten schaffen. Wir haben den grossen Fehler begangen, zu den Juden, aber nicht mit den Juden zu reden. Wir haben wohl Ideen in die Massen geschleudert, wir haben sie mit prophetischem Geiste zur Arbeit aufgerufen, aber wir haben uns nicht mit ihnen hingesetzt und sind nioht eingedrungen in ihre Herzen. Wir haben uns nicht mit den jüdischen Volksmassen „zusammengeredet44. (Lebhafte Zwischenrufe links.) Wider sprechen Sie nioht, ich weiss genau, was es mit Ihren jüdischen Massen auf sich hat! (Zur Linken sich wendend:) Eine Partei, die in Warschau 78 Stimmen kriegt, kann nicht prätendieren, im Namen der jüdischen Volksmassen zu reden. (Zustimmung.) Es besteht ein lebhafter Personen- und Briefverkehr zwischen Palästina und Polen. Da hören wir oft von den Leuten: Warum wendet Ihr nicht Mittel an, um mehr System, Rationalität in unsere Arbeit in Erez Israel einzuführen und den Irrationalismus von dem Aufbauwerke auszuschalten? Das war doch der Sinn des WaMkampfes, der in Polen während der Kongressw;ahien geführt worden ist; das war die Forderung der siegreichen Gruppe: die Zionistische Organisation bedarf einer Auffrischung. Das System und der Apparat müssen reorganisiert werden. Und weil wir uns entschlossen haben, dieses Programm durchzuführen, haben wir auf der Landeskonferenz auch die Forderung unterstützt, die Jewish Agency zu erweitern und andere jüdische Köperschaften beizuziehen, die dazu beitragen könnten, den Rationalismus in den Palästinaaufbau zu bringen, der uns Zionisten gänzlich fehlt. Wir tragen jedenfalls in das Aufbauwerk mehr herein, als jene hereinbringen können. Wir geben das Menschenmaterial, wir geben die Ideen, die Seelen. Es gehört aber noch etwas dazu und das haben die anderen mehr als wir. Und vielleicht wird dadurch die Leistungsfähigkeit auch unserer eigenen Zionistischen Organisation erhöht werden. Sie ist falsch, die Beschuldigung, dass bei uns die Tendenz herrsche, die- Zionistische Organisation zu liquidieren. Ein Jude, der im Zionismus enttäuscht wird, 97

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