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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 92

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 92 (sequence 115)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5223-3481368
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und muss unseren Standpunkt erklären. Zunächst aber muss ich erklären, dass es unrichtig ist, dass in England für den Zionismus nichts geschehen sei. Das ist eine Legende, die beseitigt werden muss. Dort ist der Zionismus lebendig und wir tun alles, was möglich ist. Wenn man von England spricht, so versteht man darunter das ganze Reich und man vergisst, dass wir Juden dort ein ganz kleines Häuflein sind, nicht mehr als 250.000 — Warschau hat mehr. Juden, New York allein hat achtmal soviel. Schon die Tatsache, dass wir durch'. 10 Delegierte vertreten sind, dass wir in der Zeit vom vorigen Kongress bis heute 25.000 Pfund für den Keren Hajessod und 20.000 Pfund für den Nationalfonds gesammelt und uns an der Finanzierung der Gartenstadt Nordau mit 12.000 Pfund an erster Stelle beteiligt haben, beweist, dass der Zionismus in England lebendig ist. Der Bericht Ussischkins über Palästina hat uns sehr peinlich berührt. Ein Mitglied der Erekutive hat sich vor uns gestellt und, statt sachlich zu sein, hat er Kritik geübt. Palästina ist für uns nicht bloss ein Land der Kolonisation, sondern auch die Festung des Judentums der ganzen Welt. (Beifall.) Eine Festung toann nur bei völliger Einigkeit verteidigt werden. (Lebhafter Beifall.) Unsere erste Forderung geht darum dahin, die böse Kritik, welche nur böses Blut erzeugt, aufzugeben. Wir sollen mit vereinigten Kräften an der Verteidigung unserer Rechte arbeiten. Welches ist der wirkliche Zustand in Palästina? Während die Araber 72.000 Dunam verkauft, 22.000 gekauft haben, die nichtjüdischen Europäer 1600 Dunam verkauft und 800 gekauft haben, haben wir Juden in einem Jahre, das noch dazu ein schlechtes Jahr war, 74.000 Dunam gekauft und bloss 1400 verkauft. Herr Ussischkin hat gesagt, dass die Juden durch politische und wirtschaftliche Ursachen gestört wurden. Dazu kommt aber noch eine Ursache, und das ist die mangelnde Eintracht. Schaffen wir eine Bewegung, die nicht auf Stimmungen basiert, sondern die sich auf konstruktiven sozialen Formen aufbaut, so werden wir weiterkommen. Und dazu sollen die Herren der Exekutive in erster Linie beitragen. Wir Juden in England haben noch zu einer Sache zu sprechen, das ist über die Frage der Zuziehung der Nichtzionisten zur Palästinaaribeit. Die Juden von England, in der Majorität Nichtzionisten haben in der letzten Zeit zum Baue der Zementfabrik in Haifa eine sehr erhebliche Summe beigetragen. Darüber hat uns Herr Ussischkin nichts berichtet. Die zwei grossen jüdischen nichtzionistischen Korporationen Englands haben unsere Arbeit die ganze Zeit hindurch moralisch unterstützt. Es ist daher unsere Pflicht, mit allen Kräften diese Elemente an uns zu ziehen. Man hört sehr viel von Demokratie reden. Ich komme aus einem Lande, in dem die Demokratie schon seit langer Zeit heimisch ist. Die Prinzipien der Demokratie fordern, dass der Beschliuss der Majorität für alle Gruppen und Fraktionen bindend sein soll. Eine andere Demokratie kann es nicht geben, und wir erwarten und fordern, dass die Beschlüsse der Majorität des Kongresses für alle Gruppen bindend sein sollen. Das ist allen jenen zu erwidern, welche im Namen der demokratischen Kon-- 92

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