Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 109)
- Language
- German, English, Hebrew
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massiger Eingänge gibt. Wenn ich ein Symptom dieser Besserung anführen darf, so ist es das, was gestern unser Präsident W e i zm a n n an anderer Stelle als ein Novum, als eine neue und erfreuliche Erfahrung in unserem Budgetwesen bezeichnete, dass wir zum ersten Male einen Reservevorrat im Keren Hajessod haben, der uns über die ersten Zeiten nach dem Kongress der Sorgen entheben wird, womit ich aber durchaus nicht etwa eine Indifferenz der Delegierten gegenüber dem Keren Hajessod hervorgerufen haben will. Im Gegenteile, diese Anlage einer Reserve ist nur insofern von Wert, als sie die Ueberleitung von den etwas stärkeren zu den noch stärkeren Monaten herbeiführen kann. Wie aber hat der Keren Hajessod auf die Judenheit gewirkt? Ich glaube, es ist keine Uebertreibung zu sagen, dass noch nie in der Judenheit ein Fonds da war, etwas, was sich auf Geld aufbaut, das in so kurzer Zeit so tief seinen Weg gefunden hat in die Herzen und Seelen von Tausenden und Tausenden von Menschen. Es gibt heute über die ganze Welt verbreitet etwas, das man eine Keren Hajessod-Gemeinde nennen kann. So viel Liebe und so viel Energie wird in diesen Fonds hineingesteckt, dass es einen, der im Zentrum die Proben davon sieht, manchmal anmutet, als wären die Zeiten des Zionismus zuiückgekehrt, wie wir sie vor 25 und 26 Jahren hatten. Was ist es, das in den Keren Hajessod hineingetragen wird? Nichts anderes als unser zionistisches Empfinden, unsere zionistische Anschauung, aber diese zionistische Anschauung und Empfindung vermittelt sich doch in. einem ganz modifizierten und differenzierten Sinne. Man hat viel darüber gesprochen, es kritisiert, belacht, angefeindet, und auf der anderen Seite hat man es bei uns als das -grösste Gesetz gefeiert und gerühmt: dieses Gesetz vom Maasser. Es ist unnötig zu sagen, es wäre Heuchelei, behaupten zu wollen, dass der Gedanke des Maasser sich in der Praxis durchgesetzt hat; aber wahr ist, sicherlich wahr ist, dass etwas, und zwar ein gut Teil vom Geiste des Maasser, vom Geiste der Steuer Verpflichtung des Einzelnen, der Volkssteuer, durch die Juden der Welt gegangen ist, und dies macht den Keren Hajessod zu einem besonderen Fonds. — Auch unser Keren Kajemeth hat eine .volkswerbende Kraft, aber sie ist bei ihm auf das Objekt, den teuern Boden von Erez Israel gerichtet. Der Geber selbst verschwindet mehr und mehr, nachdem er in Erscheinung getreten ist als Spender, er verschwindet in der anonymen Masse. Beim Keren Hajessod bleibt erstens der Beitragleistende, weil er ergriffen wurde durch ein gesteigertes Gefühl der Verantwortung, an den Fonds, an die Sache gefesselt, er bleibt mit ihr1 verbunden, und es entsteht, was ich eine Gemeinde des Keren Hajessod nannte. Und dass das Zweite, der Beitrag für den Keren Hajessod, in einer propagandistischen und ungemein wirkungsvollen Weise den Menschen, der beiträgt, mit dem Werke in Palästina sinnfällig verbindet: das ist etwas, was nicht nur für uns* Zionisten der Zweck 86