Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 110)
- Language
- German, English, Hebrew
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unseres Daseins ist; es ist etwas, was auch für die Nichtzionisten eine Sache ist, die an ihre beste und schönste Vorstellungskraft appelliert; und die Romantik, welche in der für den Aufbau Palästinas hingegebenen Leistung liegt, das Bild des Aufbaues von Erez Israel, das sich vor dem Beitragleistenden erhebt, verbindet ihn, führt ihn in einer schönen Weise zur Sache, die für uns mit dem Zionismus identisch ist. Und so ist es geschehen, dass durch den Keren Hajessod eigentlich zum ersten Male der enge Zirkel, der sich um die Zionistische Organisation gelegt hat — soweit sie als arbeitende, als praktische, als bauende auftritt, — gesprengt wurde und dass sich in aller Welt in grösserer oder geringerer Anzahl Nichtzionisten gefunden haben, die im Keren Hajessod mit den Zionisten zusammen an dem Aufbau Palästinas gearbeitet haben. Das ist ein grosses Ereignis. Und darin — viel mehr als in dem quantitativen Ergebnis, das wir bisher erzielt haben — liegt die Bedeutung, liegt die Kraft, Hegt der Anreiz des Keren Hajessod: weil es gelungen ist, hinauszugehen und Kreise zu erfassen, die bisher von uns nicht herangezogen werden konnten; weil wir solche Kreise gefunden haben, deren Kräfte, deren Möglichkeiten unabschätzbar sind; weil wir ein Mittel in der Hand haben, die allgemeine Judenheit mit Palästina zu verbinden. Darum sage ich. ist der Keren Hajessod ein grosser Erfolg gewesen und hat eine grosse innere Kraft und ist ein für uns nicht hoch genug einzuschätzendes Institut. In dieser besonderen Art des Keren Hajessod, werbend und heranziehend zu wirken: sowohl auf das Pflichtgefühl der Zionisten, der Zionisierten, als auch auf das Gefühl der Aussenstehenden, liegt zugleich auch etwas, was ich eine Brücke nennen möchte, eine Möglichkeit, die durch die Bildung der erweiterten Jewish Agency, wie immer sie auch aussehen möge, zu verwirklichen sein wird. Es ist mir heute aus der Rede unseres Freundes Ussischkin ein Ausspruch im Ohre nachgeklungen, der, wenn ich nicht irre, lautete: Die Finanzen schaffen keine Menschen, sondern Menschen die Finanzen. Es ist eine Antithese und, wie bei vielen Antithesen, so ist es auch hier möglich, durch eine ganz kleine Einfügung die Antithese umzustülpen. Es ist wahr, dass Menschen die Finanzen machen, aber hier beim Keren Hajessod haben wir es doch erlebt, dass wir auf der Suche nach den Finanzen Menschen fanden, Menschen, die uns wieder Finanzen machten. So kamen wir von Finanzen und durch Finanzen zu neuen Menschen. Und hier liegt wieder das, was ich die Brücke im Keren Hajessod nenne, das Bindeglied, das diesen Fonds von den Zionisten zu den Nichtzionisten hinüberführt und beide zusammen nach Erez Israel. Sie werden sich sicherlich bei dem grossen Interesse, das Sie alle für den Keren Hajessod haben, die Mühe nicht verdriessen lassen, den sehr ausführlichen Bericht durchzustudieren, der 87