Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 108)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hoffnung noch bestand auf die Mitwirkung des werktätigsten Teiles unserer Brüder im Osten; dass knapp nach der Begründung des Keren Hajessod — abgesehen von den Schwierigkeiten, die seiner Gründung, seinem Gedanken und seinen Prinzipien von innen und aussen bereitet wurden, — eine Weltwirtschaftskrise einsetzte, wie sie vielleicht noch nie gekannt war; und alle anderen Argumente, die mar, mit Recht und mit gutem Grunde ins Treffen führen kann, um darzutun, dass nicht das innere Wesen des Keren Hajessod, auch nicht eine Schuld der Juden, auch nicht etwa eine Unfähigkeit seiner Mitarbeiter oder derer, die mit seiner Leitung betraut sind, die Ursache dafür sind, dass das Ergebnis so sehr mit dem kontrastiert, was wir vor mehr als drei Jahren erwartet haben. Diese Polemik erscheint mir heute sehr theoretisch und fast belanglos. Ob der Keren Hajessod ein Erfolg , war, ob der K. H. sich bewährt hat, ob er Geltung hat — das, scheint mir, ist viel weniger aus dem quantitativen Resultat seiner Eingänge zu ermessen, als aus dem, was in ihm an schöpferischen Kräften, an Anreiz, an sittlichen Mächten enthalten ist: als etwas, was ansteigend und anwachsend in der Zukunft produktiv werden kann. Und ich glaube, es gibt solcher Qualitäten und Eigenschaften im Keren Hajessod eine gute Zahl. Der Keren Hajessod hat in vieler Hinsicht umwälzend oder neue Bahnen öffnend im Zionismus nach innen und nach aussen gewirkt. Nach innen ist die Verbindung des Keren Hajessod mit dem Budget der Zionistischen Organisation — obwohl es in den Anfängen eine erzwungene Sache war, denn der K. H. war ursprünglich so gedacht, dass er einen grossen Fonds thesaurieren sollte, — ich sage, diese Verbindung des K. H. mit den Budgetnotwendigkeiten ist etwas, woraus Gutes und Wichtiges erflossen ist. Vor nicht zu langer Zeit noch hat die Zionistische Organisation das Reguläre eines Budgets nicht gekannt. Summen, Fonds, Beiträge gingen ein und wurden verwendet. Gewiss, es war bisher, in den zwei Jahren, seit der Keren Hajessod das Budget der Zionistischen Organisation deckt, nicht zu erreichen, dass der Keren Hajessod und die budgetären Forderungen in einen Einklang gebracht wurden, derart, dass ein reibungsloses Zusammenarbeiten, ein Einfliessen der K. H.-Gelder und eine Verwendung in gleichem Masse möglich gewesen wäre. Aber wir sind zweifellos auf diesem Wege. Es war nicht leicht, als in Palästina ein bereits eingeführtes System von Arbeiten sozialer, wirtschaftlicher und sanitärer Natur vorgefunden wurde, einen derartigen Abbau in kurzer Zeit zu machen, dass das, was in Palästina geschah, auch gedeckt werden kann mit den voraussichtlichen Mitteln des K. H. Ich -glaube, wir dürfen hoffen, dass es nach den sehr schweren Erfahrungen, die wir gemacht haben, im nächsten Jahre erreicht werden wird, dass die K. H.-£ingänge und das Budget der Zionistischen Organisation in Palästina sich mindestens decken und dass es weder ungezählte Gehälter noch Krisen wegen unregel- 85