Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 103)
- Language
- German, English, Hebrew
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die wirtschaftlichen Tatsachen sind vorsichtig jrenug, sich einer Debatte nicht zu stellen, sondern pflegen kraft der ihnen innewohnenden Gesetze vorwärts zu schreiten. Deswegen — und das ist die einzige Bemerkung zu unserem Budget — bedaure ich es so ausserordentlich, dass diejenige Budgetpost (Handel und Industrie), die für solche Zwecke bestimmt war und die an sich schon lächerlich geringe Summe von 3000 Pfund aufwies, bis auf ein groteskes Minimum gestrichen wurde. Ich behaupte, wir würden unendlich viel mehr leisten mit Ausgaben auf diesem Gebiete auch innerhalb dieses Budgets als mit irgendeiner anderen Ausgabe, denn diese allein entsprechen der Wirtschaftsstufe des Landes und nur diejenigen Ausgaben sind produktiv, die systematisch in einen bestimmten Zustand der Wirtschaft hineingehören. Und nun gestatten Sie mir, Ihnen skizzenhaft über einige der wichtigsten wirtschaftlichen Institutionen und Probleme — immer nur von der Vergangenheit sprechend — einige Worte zu sagen. Herr Ussischkin hat bereits über die Hypothekenbank und darüber, was sie geleistet hat, gesprochen. Ich möchte nur noch vor der breiten Oeff entlichkeit erklären, warum die Ausgabe der Pfandbriefe der Hypothekenbank sich so lange hinzieht. Ich weiss nicht, ob vielen von Ihnen bekannt ist, dass wir nicht nur eine Hypothekenbank in Palästina geschaffen haben, sondern auch ein Hypothekenrecht; und zwar mussten wir ein Hypothekenrecht in einem Lande schaffen, das von einer Regierung verwaltet wird, welche von ihrem Lande aus den Begriff einer Hypothekenbank überhaupt nicht kennt. Das war eine sehr schwere Aufgabe. Wir haben auf diesem Gebiete ein gutes Stück schöpferischer Arbeit geschaffen, wie wir dies auf manchen anderen Gebieten werden machen müssen, bevor dieses Land, das erst vor wenigen Jahren in die Kulturverhältriisse des Westens eingetreten ist, in bezug auf die Rechtsverhältnisse so weit ist, dass man in ihm arbeiten kann wie in alten Kulturländern. Wir haben erst in den letzten Wochen alle legalen Schwierigkeiten überwunden; jetzt erst können wir Hypotheken gewähren und Pfandbriefe verkaufen, die so gut und sicher sind wie die Hypothekenpfandbriefe irgendeines anderen Institutes. Das wollten wir erreichen und darauf legen wir das grösste Gewicht. Nie hätten wir zugestimmt, und wenn es noch ein Jahr gedauert hätte, dass Pfandbriefe der Hypothekenbank verkauft werden, die nicht in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht genau so sicher sind wie irgendwelche in der Welt. Wir wollen, dass die Juden, wenn sie palästinensische Pfandbriefe kaufen, in ihren Investments genau so sicher sind in bezug auf Kapital und Zinsen wie bei irgendeinem anderen Geschäft. Wenige Worte über unsere Banken. Das Prinzipielle habe ich bereits gesagt. Ich möchte nur noch betonen: Wir sind uns vollkommen klar, dass für eine Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina entweder die Schaffung einer ganz neuen 80