Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 100)
- Language
- German, English, Hebrew
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also den Antrag, dass jede Rede ins Hebräische oder Jüdische übersetzt werde? Mitglied des A. C. L Mereminski (jüdisch): Mein Antrag geht dahin, dass die offiziellen Redner der Leitung und •die Berichterstatter der Kommissionen hebräisch oder jüdisch reden. Wenn sie es nicht können, so muss man ihre Anträge jedenfalls übersetzen. Auch jeder Delegierte, der es kann, ist moralisch verpflichtet, hebräisch oder jüdisch zu reden und sich nicht einer fremden Sprache zu bedienen. Vizepräsident Motzkin: Herr Mereminski, ich mache Sie auf folgendes aufmerksam. Die Exekutive hat eine gewisse Zahl von Referaten votbereitet und hat es den Referenten überlassen, ihre Referate in der ihnen geeignet erscheinenden Sptache vorzubringen. Was Sie vorschlagen, ist eine Aenderung der Geschäftsordnung und eine solche müsste zuerst durch die Organisationkommission behandelt werden. Eine so wichtige und ernste Aenderung kann nicht hier, ohne Vorbereitung, durch blosses Aufheben der Hände, beschlossen werden. Darum glaube ich, dass ich diesen Antrag nicht zur Abstimmutfg bringen kann. (Lebhafte Zustimmung.) Ein anderer Antrag, der vorliegt, geht dahin, dass man alles, was hier vorgebracht wird, ins Hebräische übersetzt. Der Antiag geht von Personen aus, die tatsächlich die deutsche Sprache nicht verstehen. Sie wollen eben den Inhalt des hier Vorgebrachten erfahren. Das ist eine praktische Frage, eine Frage, ob wir es tun können. Ich denke* mir die Sache so, dass alle Anträge, die gestellt werden, in hebräischer, jüdischer und deutscher Sprache mitgeteilt werden. Wollte man aber die ganze Generaldebatte ins Hebräische übersetzen, so würde das die Verhandlungen ungeheuer verlängern. Besonders wichtige Momente wird einer unserer Schriftführer ins Hebräische übersetzen. Ich hoffe, dagegen wird kein Widerspruch bestehen und 'der Kongress wird sich damit einverstanden erklären. (Lebhafte Zustimmung.) Die Sache ist damit erledigt. Jetzt kommen wir zur Abstimmung. Das Wort hat Herr L i p s z y c. Delegierter David Lipszyc (Polen, Dror, hebräisch): Meine Herren! Wir haben mehr als einmal Beschlüsse angenommen, dass unsere Sitzungen hebräisch geführt werden müssen. Ich bitte mit allem Nachdruck, die Sitzungen nur hebräisch zu führen. Delegierter D. Abishar (Mesopotamien, hebräisch): Ich verlange, dass alle hebräisch sprechen. Bei denjenigen, die anders sprechen, sollen die Reden ins Hebräische übersetzt werden. Mitglied des A. C. Meyer Berlin (Misrachi, Amerika, hebräisch): Geehrter Kongress! Die Zeit ist kurz und die Arbeit umfangreich. Da die Dinge miteinander zusammenhängen und Palästina von der Politik und den Finanzen abhängt, ist es unmöglich, über einen Gegenstand, der mit den übrigen Angelegenheiten keinen Zusammenhang hat, zu sprechen. Vizepräsident Motzkin: Es liegt der Antrag Locker zur Tagesordnung vor, die Referate und die Debatte in drei Teile zu teilen: Politik, Erez Israel, Finanzen. Delegierter B. Locker: Ich modifiziere meinen Antrag dahin, dass man über die bisherigen Referate debattieren soll, dann über die Finanzen. Delegierter Dr. Emil Margulies: Ich halte den ursprünglichen Antrag aufrecht. Vizepräsident Motzkin: 9 Es liegt ausserdem ein Antrag Rosenbaum vor, der aber ebenso wie der Antrag Locker nicht genügend, das heisst: nicht von 30 Mitgliedern 77