Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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einzelnen Berichte eine besondere Debatte abführen soll. Wir haben jetzt schon verschiedene Berichte gehört und wenn dazu noch -andere Referate kommen werden, so ward das Chaos noch vergrössert werden. Wir schlagen daher vor, dass besonders debattiert werden soll: über den politischen und Organisationsbericht, über den Erez Israel-Bericht und über den Bericht der Finanzinstitute. Weiters finden wir, dass das Referat von Dr. S o 1 o w e i t s c h i k über die Jewish Agency am Freitag früh erstattet werden.und die Diskussion darüber erst am nächsten Mittwoch stattfinden soll Es liegen also fünf Tage zwischen Referat und Diskussion. Wir* halten das nicht für gesund, dass der Kongress erst am letzten Tage, unter dem Drücke der Notwendigkeit darüber redel, und wir beantragen, dass die Debatte über den Weltkongress und die Jewish Agency gleich nach dem Referate stattfinden soll. Delegierter Dr. S. Rosenbaum (Litauen, deutsch): Ich hätte ebenfalls einen Antrag zu stellen, der aber nur eine Abänderung des jetzt gestellten Antrages bedeutet. Die Sache ist so. Man hat es so eingerichtet, dass eine Generaldebatte über die verschiedenen Fragen, die mit der Frage der Jewish Agency offenbar eng verbunden snd, stattfindet; dann kommt ein Referat über die Jewish Agency und darüber findet überhaupt keine Debatte statt. Dann gehen die Kommissionen, ohne vom Kongress etwas gehört zu haben, an die Beratung der Referate. Das ist ein Novum in unserer Bewegung, und ich will nicht sagen, dass es ein vernünftiges Novum ist. Die Kommissionen haben die Aufgabe, alles, was sie gehört haben, zu konsumieren und die mittlere Linie zu finden. Wenn sie aber nicht wissen, wie die verschiedenen Gruppen' ihre Ansichten begründen, dann haben sie niclhts zu .tun. Wenn die Kommission Vorschläge macht, dann1 soll man erst debattieren. Der Kongress hat aber nicht nur die Aufgabe, gewisse Beschlüsse zu fassen, sondern auch aufklärend auf die Bewegung zu wirken. Deshalb meine ich, dass anschliessend an alle Berichte das Referat über den Weltkongress und die Jewish Agency erstattet werden soll und dass erst dann, nachdem wir alle Berichte gehört haben, eine Generaldebatte abgeführt werden soll. Das wird sehr nützlich sein. Mein zweiter Vorschlag bezieht sich auf folgendes: Wir wollen wieder ein Novum einführen, indem wir, statt eine besondere Kommission für die Frage der Jewish Agency zu wählen, den Permanenzausschuss damit betrauen. Vizepräsident Motzkin: Herr Dr. Rosenbaum, das haben, wir noch gar nicht eingeführt! Delegierter Dr. Rosenbainn: Der Vorschlag ist ja da. Vizepräsident Motzkin: Dann werden Sie bei dem Vorschlag darüber sprechen. Jetzt steht nur die Frage der Tagesordnung zur Debatte. Mitglied des A. C. Israel Mereminski (Zeire Zion, jüdisch): Warum wird nicht alles ins Hebräische und Jüdische übersetzt? Ein jüdischer Minister hat zu uns jüdisch zu sprechen! Wir sind keine Deutschen;! Wir wollen ein jüdisches Parlament sein. (Zustimmung.) Vizepräsident Motzkin: Herr Mereminski, mir scheint, die geistige Kraft Ihres Vorschlages ist so stark, dass Sie nicht schreien müssen. (Beifall.) Wir müssen aber Rücksicht nehmen auf das allgemeine Verständnis. Es heisst in unserer Geschäftsordnung: die offizielle Sprache ist hebräisch, alle anderen Sprachen sind zulässig. Sie können ja Ihren Antrag begründen. Sie * stellen 76