Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Mitglied der Exekutive M. M. Ussischkin (stürmisch begrüsst): Geehrter Kongress! Vor Ihnen liegen die gedruckten Berichte. Sie können aus ihnen ausdrücklich alles erfahren, was in Palästina in den letzten zwei Jahren aufgebaut wurde und wie die allgemeine Lage dort ist. Ich habe hier nicht die Aufgabe, Ihnen diese ganzen Berichte nochmals vorzutragen, sondern will nur ganz kurz eine Einleitung zur Debatte über diese Berichte bringen? In diesen zwei Jahren war unsere Arbeit sehr, sehr schwer aus zwei Gründen: aus politischen und aus finanziellen. Ich will hier nicht über unsere politische Lage im Lande im allgemeinen sprechen. Das ist nicht meine Aufgabe; hierüber werden andere sprechen (vielleicht auch ich in einem anderen Moment). Ich kann nur sagen, dass wir in diesen zwei Jahren leider irgend welche Verwirklichung der Verpflichtungen der englischen Regierung, uns auf Grund des Mandates in unserer Aufgabe zu helfen, nicht verzeichnen konnten. Im Gegenteil, es gab oftmals Störungen, die wir überwinden mussten. Was die finanzielle Lage anlangt, so wissen Sie gewiss, dass wir von der Zionistischen Organisation nicht das bekommen haben, was uns vor zwei Jahren auf dem Kongress und voriges Jahr auf der Jahreskonferenz zugesagt wurde. Und selbst das, was wir erhielten, haben wir nicht rechtzeitig, sondern immer mit Verspätung bekommen. So geschah es, dass die Kräfte der Mitglieder der Exekutive in Jerusalem meist nicht mit der praktischen Arbeit des Aufbaues, sondern mit verschiedenen kleinen und grossen finanziellen Kombinationen beschäftigt waren, um die Position aufrechtzuerhalten, bis neue Mittel eintrafen. Daher konnte natürlich nicht so viel und nicht alles so aufgebaut werden, wie wir es wollten. Wir haben eine Wirtschaft des Armen geführt, was immer kostspielig ist. Und doch können wir trotz dieser Verhältnisse mit gutem Gewissen sagen, dass wir in diesen beiden Jahren einen guten Schritt vorwärts getan haben, zu unserem Endziel, dem Aufbau des Landes unserer Ahnen. Ich werde Ihnen in ganz kurzen Worten darlegen, was wir in diesen zwei Jahren Neues im Lande geschaffen haben. Dazu muss bemerkt werden, dass nicht alles, was in Palästina geschaffen wurde, von der Zionistischen Organisation gebaut wurde, sondern dass auch andere Kräfte mitwirkten, so in erster Linie der grosse Jude Baron Edmund Rothschild, der unter dem Pseudonym I c a ununterbrochen arbeitet und in diesen beiden Jahren in der Landwirtschaft und Industrie, vieles geschaffen hat. Das Joint Distribution Com mitte e hat eine grosse Leihkasse (Kuppat Milweh) geschaffen, einige tausend Waisen im Lande erhalten und zu den Unterhaltungskosten der Krankenhäuser und des Sanitätswesens beigetragen. Die sogenannte Brandeis-Gruppe schuf eine Institution für langfristige Kredite zum Häuserbau; ihr gebührt 42