Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 29)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5137-3481282- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
rnachung aller erreichbaren jüdischen Energien, ihrer materiellen und seelischen Kräfte für die allernächsten #Jahre fordert — und die Jahre drängen — wollen wir diese höchste Ausnutzung bewerkstelligen, so verlangen die Logik «unseres -Lebens, das Gesetz der Arbeitsteilung und das wirtschaftliche Prinzip der höchsten Krafteinsetzung am entscheidendsten Punkt mit eindeutiger Notwendigkeit eine neue Disposition unseres Ausbauapparates, eine neue Methode, bei der wir Zionisten die andere Judenheit nicht nur 'repräsentieren, 'sondern wirklich mobilisieren. Es will mir scheinen, dass uns ige-rade die letzten Jahre in dieser Hinsicht gunstig vorgearbeitet haben, «so viel unerwartete Schwierigkeiten die Periode der Unrast und der Krisen in aller Welt auch für uns mit sich gebracht hat. Viele sehen und sagen, dass ausserhalb des 'zionistischen Kreises eine neue Pal ästin ab e w e g u n g durch die Judenheit geht. Und sicher ist, dass in weiten Schichten der Judenheit, die vormals indifferent, ija manchmal feindlich gesinnt waren, eine 'latente Palästinastimmung vorhanden ist, die nur darauf wartet, von aussen geweckt und fruchtbar gemacht zu werden. Wir konnten sie zuerst wahrnehmen im Bezirk des 'Keren Hajessod. Ich sage ausdrücklich: Palästinastimmung. Sie könnte vielleicht da und dort in reimen Zionismus umgewandelt werden — wenn wir Zeit hätten. Vielfach allerdings bliebe das ausgeschlossen, wo es sich um Menschen handelt, die, Erben einer historischen Entwicklung, nicht mehr der Umwandlung fähig sind. Es Messe sich ausserhalb politischer und soziologischer Einsicht 'stellen, es Messe für uns, die Führer des «jüdischen Volkes, an den Zeichen der Zeit vorübergehen, es hiesse sich einer Sektiererihaftigkeit schuldig machen, wollten wir nicht alles tun, alles versuchen, um diese Hoffnung — für den Augenblick fet es nicht mehr — in Wirklichkeit, in Produktivität umzuwandeln. Das ist der Sinn der Heranziehung der Nichtzionisten. Es ist eine 'Angelegenheit von tiefem Ernst und schwerer Verantwortung. (Das ist sie gewiss. Aber darum eben muss sie von hoher Warte aus vorsorglich und unvoreingenommen gesehen, geprüft und gemacht werden. Ich kenne alle Bedenken. Keiner kann mehr als idh die legitime Besorgnis derer würdigen und achten, die fürchten für unser kostbares Gut, die Zionistische Organisation, geschaffen unter unsagbaren Mühen, bewährt in schweren und schwersten Tagen durch die liebe und Hingabe von hunder Mausenden Seelen. Ich verstehe jene, die ängstlich zögern vor dem Zusammentreffen unserer Organisation mit weiten Schichten, die unsere Tradition nicht haben und in denen schwach und ungeklärt erst >zu wirken beginnt, was uns Lebensinhalt geworden ist. 'Nicht darum haben wir alle ein Lebensalter gekämpft für unsere unveräusserlichen Ziele, um audto nur den kleinsten Teil von ihnen aufzugeben. »Aber hüten wir uns davor, aus Parteienge heraus das Zwingende im Problem nicht zu sehen und mit Schlag 6