Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 27)
- Language
- German, English, Hebrew
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Was über die industrielle Entwicklung gesagt wird, gilt gleicherweise für die Kolonisation. Der Bericht über die'landwirtschaftliche Kolon! s a t i o n, der in Ihren Händen ist, zeigt, welch ausgezeichnete Ergebnisse in unseren neuen Siedlungen im Emek Je s r e e 1 erzielt wurden, wo das Werk, das vor kaum zwei Jahren unter schwierigsten Bodenverhältnissen begonnen wurde, jetzt vorgeschritten ist bis zur Einbringung einer vorzüglichen Ernte. Was hier erreicht wurde, werden wir in Zukunft zu vervielfachen halben. Während wir an unserem wirtschaftlichen Aufbau arbeiten, haben wir nicht vergessen, dass Wirtschaft nur der ■ Grund ist, auf dem sich die neue Kultur unseres Volkes in Erez (Israel aufzubauen hat. Manchem scheint es unangemessen, dass wir, im Anfang unserer Siedlung stehend, schon an eine Universität denken. Sie verkennen die ungeheure geistige, moralische, aber auch politische Bedeutung, die das Bestehen einer (jüdischen Stätte höchster Geisteswissenschaft für uns und die Gesamtjudenheit besitzt. Es war ein Ereignis von symbolischer Bedeutung, dass der grösste Gelehrte uneres Volkes, Professor Albert Einste i n, zwei Vorlesungen über Relativitätstheorie in Jerusalem im iNamen der -künftigen jüdischen Universität hielt. Dieses Ereignis eröffnet weite Perspektiven für die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Entwicklung, die aus dem Herzen Palästinas ausstrahlen wird in die Welt: Seit kurzem sind unter Leitung von Professor. Fodor Vorbereitungen für die Eröffnung des mikrobiologischen Institutes im Gange, während die Bemühungen amerikanischer jüdischer Aerzte um die Eröffnung eines medizinischen Forschungsinstitutes im Fortschreiten 'begriffen sind. So wie unser wirtschaftlicher Fortschritt in engem Zusammenhange steht mit unserer politischen »Lage, so wird andererseits unsere politische Geltung — es wäre verhängnfevoM, dies nur für einen Augenblick zu vergessen — bewirkt und bedingt nicht nur von der Kraft, die wir in der direkten Form von politischen und diplomatischen Aktionen einsetzen; mindestens ebenso viel wiegt das Argument der Tatsache, das Mass., die Qualität und das Tempo unserer aufbauenden' Arbeit in Palästina. So, indem wir das Werk unserer Bestimmung vollziehen, 'die Wiederauifrichtung. unseres Erez Israel, wirken wir zugleich am besten für die Erstarkung unseres politischen .Rechtstitels. Jede neue Kolonie, jede kulturelle, jede soziale Neusohöpfung, gewirkt in friedvoller Hingabe, in unbeirrtem Glauben an die Gerechtigkeit unserer Sache, ja, jeder einzelne Immigrant, der die Kelle, den Spaten oder die Pflugschar führt, ist uns -ein Eideshelfer — 'hundertmal beredter als das geschriebene Wort — vor der (Mamda;tarm>acht, vor dem Bnund der Völker, vor unserem aralbischen Nachbarn; ein Zeuge für unsern Willen, jedes Recht aus dem Mandat mit der Bürgschaft unserer ehrlichen Leistung zu verstärken; ein Beweis für unsere produktive 4