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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 736

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 736 (sequence 746)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Wurzel schlagen, und kein noch so heftiger Sturm wird uns je mehr entwurzeln können. Hier sitzen Linke, Rechte und Zentrum. Alle streiten miteinander in der Welt der Ideen, der Phantasien und Pläne. Wenn Sie an die Tat gehen, merken Sie erst, wieviel unnützes Gerede und leere Worte in diesem Streit vorhanden sind. Werfet die Worte in den Schmelztiegel der Tat und das reine Gold wird von selbst als ein starker Barren ausscheiden. In der Arbeit kommt man stillschweigend, ohne Worte, zu einer Einigung. Gerade die Rechte muß es wissen, daß die größte Tat, die wir jetzt erleben, durch die Linke vollbracht wird. Nicht nur in Palästina, sondern in Rußland, in den fürchterlichsten Zuständen, in denen sich das Judentum befindet, sind wir Zeugen einer der prachtvollsten Erscheinungen unseres Zeitalters in der jüdischen Welt. Zehntausende jüdischer junger Leute, Kinder und Enkel von Krämern, die nie produktive Arbeit kannten, stehlen sich über gefahrvolle Stege und Grenzen und strömen in das gelobte Land, um dort die schwersten Arbeiten monate- und jahrelang zu verrichten, um produktive Arbeit zu leisten und von ihrer Hände Arbeit zu leben. Wo in aller Welt haben wir eine ähnliche Erscheinung gesehen? Es ist keine Mode, kein bloßer Jugenddrang! Es ist in der Geschichte noch nicht vorgekommen, daß Tausende von jungen Leuten sich selbst zu solcher Zwangsarbeit verurteilen. Das ist eine einzig dastehende Erscheinung auf der ganzen Welt. Und wenn wir überhaupt eine Hoffnung haben, unser Leben zu veredeln und es menschlicher zu gestalten, so beruht diese Hoffnung ausschließlich auf unserer Jugend. Vielleicht werden sie die ersten sein, die den Traum der Besten der Menschheit verwirklichen werden. Was nicht durch die Gewalt geschehen konnte, das wird durch sie im Stillen vollbracht. Und ich bin überzeugt, daß sie auch diese Tat echt jüdisch vollziehen werden. Es ist für sie keine Pose, kein Spiel. Sie haben zu diesem Ideal der Arbeit dasselbe Verhältnis wie das alte Judentum zu den Geboten der Thora. Es ist für sie eine Religion, ein Kultus der Arbeit. Und diese neue Religion hat uns Palästina gegeben; der Hapoel-Hazair, Brenner und seine Freunde waren die ersten, die diese neue Religion gepredigt haben. Diese Bewegung wurzelt tief in den religiösen Gefühlen unserer Jugend, ohne vielleicht, daß sie es weiß oder zugeben will. Und einst wird in Palästina eine neue Religion entstehen, die Religion der Arbeit, und diese Religion werden wir ebenso treu halten, wie wir die alte Thora gehalten haben. (Stürmischer Beifall.) Aber die Vertreter der Linken sollten nicht die Rechte geringschätzen oder sie gar verachten. Vielleicht ist die Rechte, die bis jetzt treu die Ideale der Thora aufrechterhalten hat, diejenige, die Ihnen diese Ideale überhaupt ermöglicht hat. Die Orthodoxie hat treu das einzige Dokument bewahrt, kraft dessen wir unser 736

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