Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 722 (sequence 732)
- Language
- German, English, Hebrew
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„Der Kongreß empfiehlt dem A. C, im Einvernehmen mit der Exekutive des amerikanisch-jüdischen Kongresses, dem Waad Haleumi Palästinas und anderen jüdischen demokratischen Organisationen, die nötigen Schritte für die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses zu unternehmen, dessen Aufgabe es sein soll, alle jüdischen Volkskräfte für den Aufbau Palästinas sowie für den Kampf um die nationalen Rechte in den verschiedenen Ländern zu organisieren." Berichterstatter Grünbaum: Geehrter Kongreß! Diese Resolution ist in der Kommission nicht besprochen worden. Ich will hier wegen dieser Frage keine Debatte beginnen, doch muß ich bemerken, daß eine Meinungsverschiedenheit darüber bestehen kann, ob der gegenwärtige Zeitpunkt für einen Weltkongreß geeignet ist. Wenn der Antragsteller sich damit einverstanden erklärt, daß dieser Antrag der Exekutive übergeben werden soll, damit sie ihn mit dem A.C. zusammen in Betracht ziehe, habe ich nichts gegen ihn einzuwenden. Präsident Sokolow: Hoher Kongreß! Es ist mir ein Antrag, unterschrieben von Rabbi Nurok, überreicht worden, der im Namen des Misrachi gegen die Pogrome Protest einlegt. Ich denke, bei meiner größten Hochachtung für den Misrachi, daß es eine Verkleinerung und Abschwächung dieses Protestes wäre, wenn derselbe nur von einer Partei in diesem Hause erhoben würde. Ich nehme diese Anregung auf. Der Protest gegen diese Pogrome ist eine allgemein jüdische Sache. Ich glaube, man braucht das nicht in Worte zu kleiden, es ist auch schwer, entsprechende Worte dafür zu finden. Ich denke, der ganze Kongreß zittert vor Zorn und Erbitterung, wenn das Wort Pogrom erwähnt wird. (Die Delegierten erheben sich von den Sitzen.) Es ist diesem Gefühl Ausdruck gegeben worden in den Eröffnungsreden und Sie haben ihm jetzt noch einmal Ausdruck gegeben, indem Sie sich von Ihren Sitzen erhoben haben. Die Pogrome sind ein Schandfleck für die Menschheit. Wir, das jüdische Volk, werden es verstehen, uns zu wehren gegen die Pogrome. Wir identifizieren uns mit den Opfern der Pogrome, wir hier, wir, das jüdische Volk, wir sind pogromiert worden und wir werden wissen, wie die Pogrome einzuschätzen sind. Mögen die anderen Völker ihre Ehre wahren und mögen sie etwas unternehmen, daß diese Barbarei nicht wiederholt wird. Das ist der einzige Sinn dieses Erhebens von den Plätzen: wir hier, der Ziönistenkongreß, erklären uns eins und einig mit den Brüdern, die gelitten haben und denen, die noch unter der Angst vor Pogromen leben. Es ist nicht ein Pogrom gegen gewisse Gruppen von Juden, es ist ein Progrom gegen uns, die wir hier sind, die Vertreter des jüdischen Volkes. Das ist es, was der Kongreß gegen die Pogrome erklärt. Damit ist diese Sache erledigt. (Bewegung.) Herr Kaplansky erklärt, mit dem Vorschlag des Vorsitzenden der politischen Kommission einverstanden zu sein. Damit ist auch diese Frage erledigt. Hoher Kongreß! Der „Aufruf an das jüdische Volk" ist verlesen worden; es wird vorgeschlagen, daß dieser Aufruf in extenso akzeptiert wird. Wir stellen ihn zur Abstimmung. Wer für diesen Aufruf ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Der Antrag ist angenommen! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir lassen nun für eine halbe Stunde eine Pause eintreten, um dann den Bericht der Organisationskommission und des Permanenzausschusses entgegenzunehmen. Vorher noch eine Verlautbarung. 722