Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 718 (sequence 728)
- Language
- German, English, Hebrew
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selbständig und von der Leitung der allweitlichen Zionistischen Organisation unabhängig sind/' (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Zum Schlüsse eine formale Resolution, welche der politische Ausschuß den hohen Kongreß anzunehmen bittet, damit das A.C. und die Exekutive damit rechnen mögen (liest): IX. „Der Kongreß fordert die Exekutive auf, im Einvernehmen mit dem A.C. sämtliche von dem politischen Ausschuß gemachten Anregungen und Vorschläge zu verwirklichen." (Beifall.) Meine Damen und Herren! Die politische Kommission hat es für notwendig gehalten, in diesem Moment, der für uns ein Moment der schwersten Entscheidungen ist, ein Moment, bestimmend für viele Jahre, unserer Arbeit, in diesem Augenblicke, da es sich erwiesen hat, daß die Mittel und Kräfte, über die wir verfügen, nicht ausreichend sind für die grandiose, ja übermenschliche Arbeit, das jüdische Volk zu befreien und Erez Israel zu bekommen, Ihnen vorzuschlagen, daß der Kongreß sich an das ganze jüdische Volk mit einem feierlichen Aufruf wenden möge, mit einem Aufruf, der besagt, daß die Stunde geschlagen hat, wo das jüdische Volk in seiner Gesamtheit alle Kräfte einsetzen muß, die Erlösung durchzuführen und im Leben durchzusetzen. Die politische Kommission hat folgendes Manifest angenommen, das zu akzeptieren ich auch den Kongreß zu bitten die Ehre habe. Und zugleich damit will ich die Bitte aussprechen, es überall in der ganzen Welt zu veröffentlichen. Der Aufruf ist selbstverständlich hebräisch geschrieben. Er lautet: „Vor 24 Jahren hat der erste Baseler Kongreß die Fahne der Wiedergeburt und Erlösung entfaltet. Er verkündete vor aller Welt, daß das jüdische Volk lebe, daß es alle seine Kräfte sammle, um sein Geburtsland wieder erstehen zu lassen, um sein Heim in Palästina wieder aufzurichten, seine Zerstreuten zu sammeln und seinen Geist aus der Verbannung zu befreien. Auf den Ruf des ersten Baseler Kongresses, auf die Botschaft der Befreiung, die von ihm aus in alle Richtungen der Diaspora erging, geriet das Volk in Bewegung und begann, sich um die Fahne der Wiedergeburt zu scharen. Die schwere Arbeit begann, die Arbeit der Befreiung und des Aufbaues. Trotz aller Mühsal und Leiden, ungeachtet aller Hindernisse und Hemmungen, ruhte diese Arbeit keinen Augenblick. Die Kräfte des Volkes wurden wach, sammelten sich und organisierten sich. Die jüdische Bevölkerung in Palästina wurde größer und stärker. Eine jüdische Gemeinschaft und eine hebräische Kultur — der Kern eines zukünftigen freien Lebens — entstanden in Palästina. Der Weltkrieg fand die Kämpfer für die Wiedergeburt geordnet und bereit, den großen Augenblick der Zerstörung und des Wiederaufbaus für die Verwirklichung der Hoffnungen des Volkes auszunutzen. Aus dem Abgrund von Schmerzen 718