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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 708

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 708 (sequence 718)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--5008-3481152
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aufgebaut werden kann. Die realen Tatsachen sind, daß wir glücklich sein können, wenn durch die Opferwilligkeit des Volkes, wenn durch eine nationale Gabe, in Palästina solche ökonomische Bedingungen geschaffen werden können, welche uns, dem Einzelnen, welche nach Palästina gehen, ermöglichen, dort ein nützliches Mitglied der jüdischen Wirtschaftsgemeinde Palästinas zu werden. Alles, was darüber hinausgeht, grenzt an das Gebiet von Finanztransaktionen, für die es eine Reihe anrüchiger Bewertungen gibt, die wir von uns weisen müssen. Alle Gründe der Propaganda, die gegen unseren Standpunkt vorgebracht werden, haben zu schweigen. Alle mehr oder weniger leichtfertigen Versprechungen, die in der Zeit vor dem Kriege möglich gewesen sind, haben in Zukunft aufzuhören. Wir sind eine Organisation geworden, die in Kontakt mit der ganzen zivilisierten Welt trat, eine Organisation, die in einem öffentlichen Instrument der Welt anerkannt wurde als die Trägerin des Aufbaus des jüdischen Palästina. Von diesem Gesichtspunkte aus fordere ich, daß in Zukunft für uns klare, wahrhafte Verhältnisse herrschen und nichts geschehen mag, was irgendwie eine Gefahr heraufbeschwören könnte, als ob wir uns nicht der schweren Aufgabe bewußt wären, Palästina aufzubauen, nicht auf leichtfertigen Versprechungen, sondern auf wahrhafter Opferwilligkeit. (Beifall und Händeklatschen.) Mitglied des A. C. Dr. Feiwel: Es scheint mein Schicksal zu sein, daß ich meinem Freunde Simon immer in der Debatte folgen muß. Die Stunde ist zu spät, als daß ich mich in eine Polemik einlassen wollte oder könnte. Ich möchte Sie nur einladen, eine Frage, die von weittragender Bedeutung ist, nicht in solcher Schnelligkeit in letzter Hast abzutun. Ich will lediglich Eines sagen, damit kein Mißverständnis entsteht und hinausgetragen wird. Soweit mir bekannt ist und soweit irgend etwas von der Keren Hajessod-Zentrale ausgegangen ist, ist es niemals ein leichtfertiges Versprechen auf Zinsertrag gewesen. Was wir im Auge hatten, war, daß der Investments- Teil des Keren Hajessod so wirtschaftlich verwaltet werden soll, daß, wenn sich ein Reinertrag ergibt, er den Beitragleistenden, wenn sie auch Maasser gegeben und weil sie Maasser gegeben, zugute kommen soll. Es ist nicht der Augenblick, darüber zu streiten, ob diese Grundlage berechtigt war und ist. Aber ich muß, — und diejenigen, die im Keren Hajessod gearbeitet haben, werden es sofort verstehen, — ich muß Sie auf die eine schwerwiegende Tatsache aufmerksam machen: Wir haben in der Propaganda dieses Jahres uns auf ein System gestützt, das die Investments in sich schloß und auf einem eventuellen Zinsertrag basierte. Wir haben Verpflichtungen übernommen, die auf fünf Jahre hinaus laufen, und wir unsererseits sind zumindest Beitragleistenden für eine viertel Million Pfund verpflichtet. Die Frage ist nicht einfach so zu lösen, daß man sie dem Direktorium zuschiebt. Es ist eine sehr ernste Sache, ein ganzes System mit einem Mal zu ändern. Darum, weil die Frage so schwer ist, haben wir dem Antrag Hantke unsere Zustimmung gegeben, der ermöglicht, aus prinzipiellen und wirtschaftlichen Gründen eine Probezeit von fünf Jahren zu nehmen, eine Probezeit wirtschaftlich, denn vor Ablauf einiger Jahre darf man eigentlich von einem großen Unternehmen nicht erwarten wollen, daß es regelmäßig Ertrag abwirft — und prinzipiell, weil wir in dieser Zeit Erfahrungen gewonnen haben werden, wie das jüdische Volk dem Keren Hajessod gegenüber empfindet und wie es sich zu ihm stellt. Ich werde nicht appellieren an Sie als die verantwortlichen Empfänger und Träger des jüdischen Mandates, aber an diejenigen, die sich bewußt sind, daß sie vor Jahr und Tag eine Verpflichtung übernommen haben gegenüber dem jüdischen Volke, die Sie nicht von einer Stunde auf die andere abbrechen können. Ich bitte Sie, dem 708

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