Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 707 (sequence 717)
- Language
- German, English, Hebrew
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die Beschlüsse für den Keren Hajessod fehlerhaft waren, was jeder zugeben wird, so waren die Umstände bei der Londoner Jahreskonferenz daran schuld, und wir haben der Brandeis-Gruppe gesagt, daß das beim Kongreß korrigiert werden müsse. Ich bin für die Kompromißresolution Hantke. Ich war ursprünglich für den Antrag Simon und zwar aus den Gründen, die Dr. Nacht hier ausgeführt hat. Es läßt sich nicht leugnen, daß Steuern und Dividenden nicht leicht zusammengebracht werden können. Aber schließlich haben wir ja die Sache nur temporär eingeschränkt, und es ist kein Unglück, wenn wir jetzt erklären, durch die Umstände genötigt, werfen wir durch fünf Jahre keine Dividende aus. (Ruf: Das ist dann ein Betrug!) Nach diesen fünf Jahren werden wir wieder reden können und sehen, was zu tun ist. Wir in Amerika, die für den Keren Hajessod sammeln wollen, was möglich ist, sind überzeugt, daß die Brandeis- Gruppe in diesem Punkt Recht gehabt hat und wir wollen deshalb, daß der Keren Hajessod jetzt so weit als möglich verbessert wird. Vizepräsident Motzkin: Es wird Schluß der Debatte beantragt. Es sind noch mehrere Redner angemeldet, und außerdem werden selbstverständlich Herr Simon und ein Herr vom Keren Hajessod das Wort haben. Wer für den Antrag auf Schluß der Debatte ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Schluß der Debatte ist angenommen! Ein Delegierter: Ich beantrage Schluß der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Vizepräsident Motzkin: Das ist eine Entscheidung, die bis jetzt noch nie gefallen ist, daß auch die Antragsteller nicht gehört werden sollen. Die Antragsteller haben das Recht zu sprechen. Wer gegen die Anhörung jedweder Redner ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Der Antrag ist abgelehnt. Herr Simon hat das Wort. Mitglied des A. C. Julius Simon (deutsch): Meine Damen und Herren! Es ist selbstverständlich, daß ich zur Anfrage von Herrn Rabbiner Dr. Nacht nur sagen kann, daß Versprechen, die gegeben worden sind, eingelöst werden müssen. Das Wie ist nicht Sache des Kongresses, sondern das bestimmt das Keren Hajessod-Direktorium auf Grund der Resolutionen des Kongresses. Niemand, am allerwenigsten ich, denkt daran, der Zionistischen Organisation zuzumuten, das, was sie versprach, nicht zu halten. Der ganze Antrag hat den Zweck, zu verhüten, daß die Organisation in Zukunft außer Stande wäre, ihre Versprechungen einzulösen. Der Antrag Hantke stellt den Versuch dar, — ich muß leider sagen, den etwas ungeschickten Versuch, — hier einen Ausweg zu finden. Ich berühre nicht das Prinzipielle. Für mich ist der Zustand, wie er heute besteht, identisch mit dem, der bestände, wenn der Antrag Hantke angenommen würde. Ob Sie das auf fünf Jahre hinausschieben, ob Sie es in die Hände des Council legen, trifft nicht das Wesen der Sache. Das Wesen der Sache ist: dürfen wir und wollen wir Dividenden versprechen. Und dann zur Anfrage von Marks: Bezüglich der Statuten ist keine Aenderung erforderlich. In diesen ist nichts versprochen, sondern die Entscheidung, wie dies bei englischen Statuten üblich ist, ist dem freien Ermessen der Leitung überlassen worden. Unser Antrag ist ein letzter Versuch, den Kongreß dafür zu gewinnen, sich allmählich auf den Boden der realen Tatsachen zurückzufinden, auf dem allein Palästina 45* 707