Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 681 (sequence 691)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter D. Kohn: Im Interesse der Zeitökonomie beantrage ich, daß zu keinem Antrage mehr als zwei Redner sprechen sollen. Vizepräsident Berlin: Also zwei für den Minoritätsantrag und zwei zu dem Majoritätsantrage? (Zwischenruf: Einer ist genug!) Delegierter Dr. Sofer (Oesterreich, deutsch): Hoher Kongreß! Mein geehrter Herr Vorredner hat von der praktischen Erfahrung gesprochen, die die Herren, die in den Palästinaämtern mitarbeiteten, durch zwei Jahre gesammelt haben. Sie haben den Herrn L e v i t e gehört, Sie haben gehört, daß auch die Vertreter des Majoritätsantrages Herrn L e v i t e die Anerkennung gezollt haben, daß das Palästinaamt Warschau in der richtigen Weise funktioniert habe. Wenn Sie gestatten, möchte ich mich ebenfalls als einen Menschen vorstellen, der in zwei Jahren mit größter Aufopferung mit den Vertretern der Linken gearbeitet und Erfahrungen gesammelt hat. (Widerspruch der Linken.) Vizepräsident Berlin: Ich möchte bitten, den Redner nicht zu unterbrechen. Sie haben das Recht, Ihrer abweichenden Meinung Ausdruck zu geben, eventuell in einer tatsächlichen Berichtigung. Delegierter Dr. Sofer: Ich betone nochmals, daß ich mit den Vertretern aller Fraktionen den Versuch gemacht habe, der an Ihrem Widerstande gescheitert ist. Sie werden mir zugeben, daß ich eine gewisse Erfahrung für mich in Anspruch nehmen kann. Auf Grund dieser Erfahrung teile ich Ihnen mit, daß die faktische Leitung von Beamten hat geführt werden müssen, denn die Vertreter des Landeskomitees, der Misrachi und die Kommission haben sich ja diese zwei Jahre mit nichts anderem beschäftigt, als eine Konstitution zu finden, die alle befriedigen könnte. Die Linken haben gesagt, daß eine solche Basis nicht gefunden werden konnte. (Zwischenruf links: Weil Sie nicht wollten!) Ja, weil wir nicht wollten. Wenn meine Partei zu keiner Uebereinstimmung kommen konnte, mußte sie Gründe haben. Es wurde hier von einem feinfühligen Barometer gesprochen, der notwendig wäre, um der Situation in Palästina gerecht werden zu können. Ich habe nicht einmal in den demokratischesten Staaten der Welt gefunden, daß eine Kommission von Menschen mit den verschiedensten Anschauungen ein solches Amt führen könnte. Der Leiter soll verantwortlich nach oben sein, der Leiter ist auch der Kommission verantwortlich, die ihm beratend und kontrollierend zur Seite steht. So steht es auch im Antrag. Wir können ein so wichtiges Amt nicht einer Kommission übergeben, die von zufälligen Konjunkturen abhängt, sondern einem nach oben und nach unten verantwortlichen Leiter. Vizepräsident Berlin: Das Wort hat Herr Dr. A. K a t z n e 1 s o n. Es liegt ein Vorschlag vor, daß die nächsten Redner nur drei Minuten Redezeit haben sollen, selbstverständlich mit Ausschluß der offiziellen Redner. Jetzt spricht der Redner für die Majorität und einer für die Minorität. Beantragt wurde, nur für die Dauer von drei Minuten. Wer stimmt für diesen Antrag? (Nach erfolgter Abstimmung:) Gegenprobe! Angenommen! Delegierter Dr. A. Katznelson (Hitachduth, jüdisch): Hoher Kongreß! Der Gedanke des Majoritätsantrages ist nicht neu und nicht in der Subkommission geschaffen worden. Er wurde von der 681