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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 680

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 680 (sequence 690)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4980-3481124
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Meinungsverschiedenheit vorhanden ist, auch hier einführen. Darunter leiden die Arbeiten. Ich bin auf Grund meiner zweijährigen Tätigkeit zu der Ueberzeugung gekommen, daß es sich hier um Konstruktionen handelt, die der Sache sehr schädlich sind. Ein Palästinaamt — ein Palästina amt und nicht die Palästinakommission, ich bitte diesen Unterschied im Auge zu behalten — ist ein ausführendes Organ unserer Exekutive, als solches soll es nicht und darf es nicht eigene Emigrationspolitik treiben, — unter der Voraussetzung, daß die Zentrale diese Politik führt, was bisher nicht der Fall war. Wenn die Sache also von oben geleitet wird und wir bloß ausführende Organe sind, so soll die Tätigkeit in den Händen einer Person liegen, die der Exekutive verantwortlich ist, selbstverständlich unter Kontrolle der Palästinakommission. Wir hätten also ein kleines Parlament in jedem Palästinaamt. Dieses wieder besteht aus Beamten für die verschiedenen Ressorts — denn das Arbeitsfeld ist sehr groß geworden, aus Beamten, nicht aus freiwilligen Hilfskräften. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß die Arbeiten der Palästinakommissionen eine Fiktion sind. Sie sind nur beratende Versammlungen. Dieses Recht wollen wir ihnen auch weiterhin lassen. Aber da sie keine Arbeit leisten, können sie auch der Exekutive gegenüber keine Verantwortung tragen. Ich fasse also zusammen: Bei jedem Palästinaamt eine große Kommission, die zusammen mit dem Leiter und seinen Beamten die Arbeiten führen werden. Im anderen Falle werden weiterhin alle möglichen Reibungen und Zwistigkeiten fortbestehen und die Arbeit darunter so leiden wie bisher. Delegierter Dr. J. Schipper (Poale Zion, jüdisch): Hoher Kongreß! Mein Vorredner hat das wichtige Argument benützt, daß die Kommissionen der Palästina-Aemter ein kleines Parlament sein sollen; das ist auch mein Standpunkt, aber mein Vorredner hat ein Parlament genannt, das nicht beschlußfähig ist, das bloß eine Dekoration für den Leiter ist. Das zweite Argument ist das praktische Motiv, und zwar daß es die Reibungsfläche, die Kämpfe von Gruppen vermeiden wird. Das ist auch der Wunsch von denen, die den Maioritätsvorschlag einbrachten. Aber gerade der Minoritätsvorschlag schafft Reibungen. Betrachten Sie die Bestimmung, daß die Gruppierungen laut ihrer Stärke vertreten sein sollen. Dagegen steht der Majoritätsvorschlag auf dem Standpunkt der Parität, so daß z. B. die Interessen von Sonderverbänden dadurch geschützt sein werden. (Zwischenruf: Stamzionisten!) Allgemeine Zionisten auch! Wir haben doch schon Erfahrung über die Zweckmäßigkeit des Majoritätsvorschlages an dem wichtigsten Palästina-Amt in Warschau! Ich stelle eine Anfrage an Herrn Levite, ob dort nicht Arbeit geleistet wurde? (Deleg. Levite: Wer hat gearbeitet? Die Kommission oder der Leiter?) Die Kommissionen mit dem Leiter! Hier handelt es sich aber nicht um Warschau allein. Wir müssen einen organisatorischen Apparat schaffen. Wir wollen nicht ein System von Autokraten scharfen. Der Leiter kann den Beirat hören oder nicht. Wir überlassen es der Kommission, wen sie als Leiter will, wir sind gegen jede Diktatur. Die Emigrationsfrage ist eine sehr heikle, soziale Frage. Man muß der Kommission das legislative Recht geben, sie muß ein Resonanzboden für gesellschaftliche Momente sein. Es wird dies ein Barometer sein, das die Stimmung der Palästinawanderer wiederspiegelt. Es soll nicht der Schein erweckt werden, daß in der zionistischen Bewegung eine Tendenz bestünde, daß die Aemter der Gruppierung übergeben werden sollen, die die Macht in der Exekutive hat, sondern es soll ein Zusammenarbeiten aller Schattierungen bestehen. Deshalb schlage ich vor, den Majoritätsantrag anzunehmen und den Minoritätsantrag abzulehnen. 680

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