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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 656

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 656 (sequence 666)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Vizepräsident Lipsky: Wer ist dafür? (Nach erfolgter Abstimmung:) Gegenprobe! Ich konstatiere die Annahme dieses Antrages. Wer ist für die Annahme des Punktes 1 und Verweisung der übrigen Punkte an das A.C.? (Nach erfolgter Abstimmung:) Wer ist dagegen? (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. (Beifall.) Jetzt erhält Dr. Bier er das Wort für die Sanitätskommission. Delegierter Dr. Bierer (Bukowina, deutsch): Hoher Kongreß! Wir haben es mit großem Bedauern und Schmerz konstatieren müssen, daß über die sanitäre Arbeit in Palästina so wenig gesagt wurde. Wenn wir alle Berichte der diversen Kommissionen und die Jahresberichte durchstudiert haben, so finden wir über die gesamte sanitäre Arbeit im heiligen Lande nur höchstens ein paar Zeilen. Meine Herren! Die Volksgesundheit ist eine der wichtigsten Arbeiten jedes Volkes und jeden Staates. Bei uns Zionisten scheint dies leider nicht der Fall zu sein. Es scheint der Satz nicht verstanden zu sein: „Die Gesundheit ist das kostbarste Gut des Staates." Die glühende Liebe, die den Chaluz auszeichnet, würde es verdient haben, daß man sich um den Chaluz mehr sorgt, als es bis heute geschieht. Es ist vorgekommen, daß viele ohne Chinin geblieben sind, so daß viele an Malaria erkrankt sind. Trotzdem wurde in sanitärer Beziehung viel getan. So sahen wir eine kleine Broschüre über das Pasteurinstitut von Dr. Beham. Diesem Arzte ist es zu verdanken, daß hunderte von Juden nicht an der Tollwut zu Grunde gegangen sind. Hunderte von Juden wurden von diesem Institut versorgt. Dieses Institut ist für das ganze Land geradezu unentbehrlich, insbesondere da die Wege nach Kairo und Konstantinopel verschlossen sind. Ich will nur drei Zahlen vorlegen. Es wurden geimpft: 588 Juden, 761 Moslems und 89 Christen. Ich glaube diese Zahlen sprechen für sich. Nun aber muß das Pasteurinstitut unter die Fürsorge der zionistischen Leitung gestellt werden. Meine Herren, es verdient besonders die Tätigkeit der „Hadassah" hervorgehoben zu werden. Es wäre besser, sie wäre nicht so bescheiden gewesen und hätte uns mitgeteilt, welche hervorragende Arbeit sie unter der Leitung Rubinovs geleistet hat. Auch diese Tätigkeit werden wir übernehmen müssen. Zwei Dinge sind durchzuführen. Wir müssen darauf schauen, daß kein kranker Mensch nach Palästina hinuntergelangt, damit ein neues Geschlecht, gesund an Körper und Geist, in Palästina entstehe. Bisher war es der Fall, daß jüdische Aerzte den Auswanderern Zeugnisse gegeben haben und Krankheiten nach Palästina verschleppt wurden. Es muß eine Liste verfaßt werden, auf der die Namen jener Aerzte allen beteiligten Faktoren bekannt gegeben werden, die allein das Recht haben, von nun ab Gesundheitsblätter auszustellen. Dadurch soll insbesondere verhütet werden, daß ein an aktiver Tuberkulose, Syphilis, Trachom, Tabes oder Favus Erkrankter nach Palästina gelangt, Trachom und Favus in dem Falle, wenn sie nicht ausgeheilt sind. Wir müssen weiter das Sanitätswesen in Palästina zentralisieren, wenn auch andere Institutionen die Finanzierung mitbesorgen. Ich überbringe Ihnen folgende Anträge (liest): 1. Das gesamte Sanitäts- und Krankenwesen des Jischuw in Palästina ist zu zentralisieren und der Leitung der Zionistischen Organisation zu unterstellen. 656

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