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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 654

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 654 (sequence 664)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Es ist zu begrüßen, daß die Interessenten des Nationalfonds sich hier zusammengetan haben und über Nationalfondsfragen gesprochen haben, der Kongreß würde aber einen Fehler machen, wenn er die Beschlüsse der Nationalfonds-Weltkonferenz zu den seinigen machen würde, wenn er sozusagen den Lokalpatriotismus einer Institution sich dahin auswachsen ließe, daß nun diese Einzelinstitutionen und ihre speziellen Vertreter hier Resolutionen vorlegen, die in gewissem Widerspruch stehen zu der allgemeinen Politik, die wir in Bezug auf Organisation und Kolonisation zu verfolgen haben. Es war daher keine glückliche Idee, diese besondere N. F.-Kommission zu konstituieren. Ich möchte den Kongreß nicht lange aufhalten und glaube, daß es nicht zweckmäßig ist, in dieser vorgerückten Stunde eine lange Debatte über diese schwerwiegende Frage zu entfesseln. Das zweckmäßigste ist, die Sache so abzukürzen, daß wir Antrag und Resolutionen der künftigen Exekutive und dem A. C. als Material überweisen. Mitglied des A.C. Julius Simon (deutsch): Ich spreche mich entschieden gegen den Vorschlag Lichtheims aus. (Beifall.) Ob eine N. F.-Kommission notwendig war oder nicht, ob es richtig war, Beschlüsse derjenigen, die tatsächlich mit der N. F.-Arbeit verbunden sind, vor den Kongreß zu bringen oder nicht, dieser Kongreß kann ohne weitere Empfehlung über eine grundlegende Frage einen Entschluß fassen. Die Frage ist, ob wir danach streben sollen, so weit es in unserer Kraft steht, unsere Institute in Palästina zu konzentrieren oder nicht. Ich hätte kein Bedenken, diese Frage, von der ich glaube, daß sie einfach dahin entschieden werden muß, daß der Nationalfonds nach Palästina gehört, der Exekutive zu überweisen, wenn nicht bedauerlicherweise die Exekutive, trotz eines Beschlusses des N. F.-Direktoriums, sich vorher bereits gegen diesen Beschluß ausgesprochen und ihr Veto eingelegt hätte. (Mitgl. der Exekutive R. Lichtheim: Um die Entscheidung dem Kongreß zu überlassen!) Simon (fortsetzend): Um die Entscheidung dem Kongreß zu überlassen — und nachdem wir vor den Kongreß kommen, will man wieder die Sache zur Entscheidung dem A.C. überweisen. (Rufe: Sehr richtig! Mitgl. der Exekutive R. L i c h t h e i m : Ich bin bereit, darüber zu debattieren!) Herr Lichtheim, die Sache ist ganz klar. Daß der Nationalfonds nach Palästina gehört, versteht jeder, der mit der Arbeit vertraut ist. Die ganze frühere Zeit, wo keine Vertretung in Palästina war, hat Zustände geschaffen, die die Arbeit sehr behinderten. Das Direktorium war nicht Herr, obwohl es die Verantwortung trug. Aber die Propagandaabteilung von der tatsächlichen Leitung zu trennen, hieße das sachliche Moment wegnehmen, das im N. F. liegt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß eine Propaganda von irgend einem Platz der Welt stärker ausgeübt werden könnte als von Palästina. Es ist der erste Versuch, unsere Institutionen in Palästina selbständig zu machen. Den Nationalfonds in Palästina zu haben mit einem Direktorium, einem Geschäftsführer, der die Verhältnisse kennt und unabhängig davon ist, was sonst an Schwankungen vorkommen mag in unserer Bewegung, und das Ganze sachlich zu leiten imstande ist — das ist eine sehr wichtige Forderung. Von diesem Standpunkte aus, als den ersten Schritt zur Gesundung unseres ganzen Palästinawerkes empfehle ich, daß der Nationalfonds mit möglichster Beschleunigung seine ganze Verwaltungstätigkeit, sowohl im Lande, als auch seine Propaganda-Abteilung, nach Palästina verlegt. Mitglied der Exekutive M. Ussischkin (jüdisch): Ich unterstütze den Antrag Simon. Wie Sie wissen, bin ich mit ihm nicht in allen Fragen einverstanden (Heiterkeit), aber hier gehen wir zusammen. Ich spreche im Namen des Direktoriums des Nationalfonds, das diesen Beschluß schon im April gefaßt hat, aber von London ab- 654

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