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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 651

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 651 (sequence 661)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Blut und Ihr droht, die Zahlung Euerer Pennies einzustellen. (Stürmischer Beifall links.) Wir gehen nach Erez Israel nicht Euch zuliebe, sondern uns zuliebe. Jeder Versuch von Euch, uns Erschwerungen aufzulegen, Erschwerungen für den Arbeiter, jeder Versuch, seine Gewissensfreiheit zu beschränken, einen Kirchenstaat aus Erez Israel zu machen, wird unserem geschlossenen Widerstande begegnen. Seid sicher, Ihr werdet diejenigen nicht sein, die den Sieg davon tragen werden! (Stürmischer Beifall links. — Lärmende Zwischenrufe rechts. — Andauernde Unruhe.) Ich habe noch namens meiner Fraktion folgendes zu erklären: Im Einklänge mit der Erklärung, die wir heute abgegeben haben, stellen wir fest, daß die Resolution des Herrn Dr. C h a j e s eine Frage behandelt, die nicht in den Kompetenzbereich des Kongresses fällt. Wir werden uns an der Abstimmung nicht beteiligen und erklären jeden Beschluß, der sich gegen die Gewissensfreiheit richtet, für ungiltig und für uns nicht bindend. Bei jedem Versuch, einen solchen Beschluß durchzuführen, wird die jüdische Arbeiterschaft in Erez Israel, gestützt auf die Kraft der jüdischen Arbeiter in der ganzen Welt, ihre Ehre und Unabhängigkeit zu schützen wissen. (Stürmischer Beifall links, lebhafte Protestrufe rechts.) Vizepräsident Lipsky: Das Wort hat Herr Struck. Delegierter H. Struck (Misrachi, deutsch): Geehrter Kongreß! Mein lieber Gesinnungsgenosse, Herr Locker, hat versichert, daß er und seine engeren Freunde jedem Versuch, Erez Israel zu klerikalisieren, den schärfsten Widerstand entgegensetzen werden. Ich versichere ihn und seine näheren Freunde, daß wir ihn in diesem Kampfe unterstützen werden. (Beifall.) Das Judentum ist gegen jeden Klerikalismus. Ein Versuch, Erez Israel zu klerikalisieren, wäre gleichbedeutend mit dem Streben nach einer Verchristlichung. Klerikalismus ist unjüdisch und christlich, und niemand von uns strebt danach, Erez Israel zu klerikalisieren. Dagegen versichere ich Ihnen, daß wir nicht ermüden werden in unserem Kampfe, Erez Israel jüdisch zu machen. (Lebhafter Beifall rechts.) Wir glauben, daß Erez Israel so sein wird, wie die Mehrheit des jüdischen Volkes ist, nämlich wahrhaft jüdisch und wenn Sie immer im Namen der Arbeiterschaft Palästinas sprechen, so gebietet es mir meine Pflicht als Angehöriger des Misrachi, darauf hinzuweisen, daß es auch misrachistische Arbeitergruppen in Palästina gibt, die Ihren Anschauungen durchaus entgegenstehen. (Del. Locker: Sie sollen nach ihrer Facon selig werden!) Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Wunsch und bitte Sie um nichts weiter, als daß Sie auch uns nach unserer Facon selig werden lassen sollen. Wir lassen auch Sie selig werden nach Ihrer Facon und tasten Ihre Gewissensfreiheit nicht an, wie wir Ihnen schon oft versichert haben. Für den Antrag selbst glaube ich nicht weiter sprechen zu müssen, er spricht für sich selbst. (Lebhafter Beifall rechts.) Vizepräsident Lipsky: Wir werden nun abstimmen. Ist der Kongreß dafür, daß wir jetzt über den Antrag C h a j e s abstimmen? (Allseitige Zustimmung.) Dann bitte ich alle, die für die Annahme der Resolution C h a j e s sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Die Resolution ist angenommen. (Lebhafter, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Lipsky: Herr Struck zu einer Erklärung! 651

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