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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 650

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 650 (sequence 660)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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nichts für sie. Haben Sie je eine Bewegung gesehen, die kein Organ in ihrer offiziellen Sprache besitzt? Wir sind wie ein jüdisches Haus ohne Mesuse. Wir müssen eine hebräische Zeitung haben, und deshalb bitte ich Sie, für ein zionistisches Zentralorgan in hebräischer Sprache eine bestimmte Summe zu bewilligen. Delegierter M. Kleinmann (Rußland, jüdisch) r Ich wollte Sie in diesem Falle in keine Hurrastimmung versetzen, sondern nur die Frage aufwerfen, ob eine Organisation, die zum Volke sprechen muß, das einzige Mittel entbehren kann, das jeder politischen Partei zur Verfügung steht: die Presse. Habt Ihr je gehört, daß, wenn von einer nationalen Position der Organisation gesprochen wird, jene Menschen, die die Position besonders zu vertreten haben, kommen, und die Position schwächen helfen? Heute haben wir in ganz Europa nur 2 hebräische Zeitungen: „Hazefirah" und „Haolam". (Lebhafter Widerspruch.) Sie alle wissen, daß die „Hazefirah" nahe daran ist, einzugehen, während die Zionistische Organisation den „Haolam" in London einstellt. Sie ist es, die den letzten Rest einer hebräischen Presse beseitigt. Das wäre die größte Schande für uns, besonders in der Zeit des Aufbaues. So wird die letzte nationale Position in der Diaspora beseitigt. Früher gab es die Möglichkeit, durch das russische Judentum eine jüdische Presse zu erhalten. Jetzt aber sind wir arm und die Zionistische Organisation muß diese Aufgabe übernehmen. Ich predige keine Hurrastimmung, Ihr sollt aber eine solche Schande nicht auf Euch nehmen. Delegierter Dr. A. Barth (Misrachi, deutsch): Ich schlage vor, diesen Antrag, der uns zweifellos sympathisch ist, den wir aber im Moment nicht nachprüfen können, dem Aktions-Comitee zur Prüfung zu überweisen. Delegierter Dr. Daiches (England, englisch): Ich bitte Sie, den Antrag Barth abzulehnen. Bei aller Sympathie für Herrn C o w e n bin ich der Ansicht, daß es nicht gut wäre, wenn der Kongreß nicht beschließen würde, die hebräische Zeitung fortzusetzen. Vizepräsident Lipsky: Es wird über den Antrag Barth abgestimmt. Ich bitte jene Herren, welche diesem Antrage gemäß die Angelegenheit dem A.C. zugewiesen wissen wollen, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach vorgenommener Auszählung:) Der Antrag ist mit 73 gegen 56 Stimmen angenommen. Es gelangt jetzt die Resolution des Delegierten Dr. C h a j e s zur Abstimmung. Herr Locker hat zuerst das Wort zu einer Erklärung. Delegierter B. Locker (Poale Zion, jüdisch): Im Namen der drei Fraktionen Poale Zion, Zeire Zion und Hapoel Hazair ist dem Kongreß heute eine Erklärung abgegeben worden, zu der wir inhaltlich nichts hinzuzufügen haben. Es wurde darin erklärt, daß wir den Kongreß nicht als das Forum betrachten, von welchem religiöse Dinge beschlossen werden. Ich erkläre noch einmal im Namen der drei Fraktionen und im Namen der ganzen jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel und in allen Ländern, daß wir keinen Beschluß, der hier in religiösen Dingen gefaßt wird, annehmen werden. Wir erklären hier, daß wir gegen jeden Versuch der Klerikalisierung des Zionismus und von Erez Israel mit den schärfsten Mitteln, die uns zu Gebote stehen, kämpfen werden. Wenn Ihr (zu den Misrachi gewendet) mit der Enthaltung von der Arbeit für den Nationalfonds und für den Keren Hajessod gedroht habt (Lärm), so soll es Euch nur bewußt sein: die jüdischen Arbeiter zahlen mit ihrem 650

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