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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 648

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 648 (sequence 658)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4948-3481092
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schreiten. Ich glaube, daß die Ihnen vorgeschlagene Kompromißresolution für beide Seiten akzeptabel sein wird. Ich habe nochmals auf das allerfeierlichste zu erklären, daß wir es unter keinen Umständen zulassen würden, daß irgendwelche Eingriffe in die individuelle Freiheit des Einzelnen geschehen. Mit diesem Zusatz und mit dieser Erklärung glaube ich, dürften sich beide Seiten zufrieden geben und ich ersuche Sie im Interesse des Kongresses, des weiteren Zusammenarbeitens und der schnellen Beendigung des Kongresses, die wir ja alle wünschen, diese Resolution anzunehmen. Vizepräsident Dr. Klumel: Das Wort zu einer Erklärung hat Herr Schweiger. Delegierter J. Schweiger (Zeire-Zion): Geehrter Kongreß! Im Namen der Fraktionen Poale Zion, Zeire Zion und Hitachduth habe ich die Ehre, folgende Erklärung abzugeben: „Wir betrachten die Religion als eine Gewissensangelegenheit jedes Einzelnen, und wir achten die Ueberzeugung und die Gewissensfreiheit eines jeden Menschen und jeder Gruppe. Wir weisen die Beschuldigung zurück, daß die jüdische Arbeiterschaft in Palästina dieses Prinzip verletzt. Wir werden jeden Versuch, uns mit irgendwelchen Machtmitteln zu zwingen, ein religiöses Leben zu führen, mit aller Kraft bekämpfen. Der jüdische Jischuw wird auf den Grundlagen der Weltlichkeit und Freiheit für alle Ueberzeugungen errichtet werden. Religiöse Fragen liegen nicht im Kompetenzbereich des zionistischen Kongresses, und keine Resolution in dieser Richtung kann für irgend jemand bindend sein und ihn zu etwas verpflichten. Wir werden uns bei der Resolution der Exekutive der Abstimmung enthalten.'4 Geehrter Kongreß! Da der vorgebrachte Antrag gegenüber dem mittags von der Exekutive vorgebrachten geändert ist, beantragen wir die Abstimmung bis zu dem Zeitpunkt zu verschieben, wo die Gruppen beraten konnten. Präsident Dr. Weizmann: Ich spreche mich für diesen Antrag aus. Vizepräsident Dr. Klumel: Es liegt der Antrag vor, daß man die Abstimmung über die Resolutionen erst nach der Pause vornehme. Wer ist für den Antrag? (Nach erfolgter Abstimmung:) Gegenprobe! Der Antrag ist angenommen. Hier ist noch die Frage zu erledigen, ob wir heute eine Nachtsitzung anberaumen sollen. Herr Berger hat das Wort zu einer Erklärung. Delegierter Julius Berger (Leiter des Kongreßbüros): Hoher Kongreß, namens des Kongreßbüros fühle ich mich verpflichtet, Sie auf die Gefahr aufmerksam zu machen, in die Sie den Kongreß und sich setzen. Der Kongreß dauert bereits heute 2 Tage länger, als dies vorgesehen war, und die Maßnahmen, die das Kongreßbüro durch Einrichtung von Extrazügen bei der Eisenbahn getroffen hat, sind hinfällig geworden. Wenn Sie das Kongreßbüro nicht in die Lage versetzen werden, zu wissen, welchen Endtermin der Kongreß haben wird, werden wir die Verantwortung dafür nicht übernehmen können, daß die Kongreßdelegierten schnell nach Hause kommen. Ich bitte das Präsidium, das Nötige zu veranlassen. Präsident Dr. Weizmann: Geehrter Kongreß, der Kongreß muß morgen enden, ob morgen nachmittag oder nachts ist gleichgiltig. Aber übermorgen früh müssen wir Karlsbad verlassen können. 648

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