Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 646 (sequence 656)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Die Revisoren haben dafür zu sorgen, daß die einzelnen Landsmannschaften, soweit dies bisher noch nicht der Fall ist, eine regelrechte Buchführung über Einnahmen und Ausgaben führen. Das Finanz-Departement der Exekutive hat dafür zu sorgen, das sämtliche Landsmannschaften ihre Bücher möglichst nach einem einheitlichen System führen. 3. Die Landsmannschaften sind verpflichtet, sämtliche Geldeingänge in den zionistischen Organen ihrer Länder detailliert zum Ausweis zu bringen. Wo dies aus technischen und sonstigen Gründen nicht möglich ist, sind die Landsmannschaften verpflichtet, der Exekutive detaillierte Aufstellungen monatlich zu übersenden. 4. Die Landsmannschaften sind verpflichtet, die bei ihnen im Laufe eines Quartals eingegangenen Gelder spätestens während der ersten Hälfte des neuen Quartaimonats bei den lokalen Bankkorrespondenten der Jüdischen Kolonialbank in London für Rechnung der Londoner Exekutive einzuzahlen und die Treasury in London rechtzeitig davon zu benachrichtigen." Vizepräsident Dr. Klumel: Herr Stern hat das Wort zu einem Zusätze. Delegierter Stern: Zu Punkt 4 möchte ich mir dort, wo es heißt: „die bei ihnen im Laufe eines Quartais eingegangenen" die Einschaltung vorzuschlagen erlauben: „für die Exekutive bestimmten" Gelder usw. Berichterstatter Dr. Halpern: Einverstanden! Vizepräsident Dr. Klumel: Die Kommission ist mit dieser Einschaltung einverstanden. Ich ersuche jene. Herren, welche den Antrag der Kommission mit der Einschaltung des Herrn Stern annehmen wollen, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Angenommen! Herr Oberrabbiner Dr. C h a j e s hat das Wort. Delegierter Oberrabbiner Dr. Chaies (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Heute Mittag nach dem Zwischenfall hat mich ein italienischer Freund, der zum ersten Male einem Kongreß beiwohnte, gefragt, ob ich ein ähnliches Schauspiel — der Kampf der beiden Parteien hatte auf ihn tiefen Eindruck gemacht — ob ich in meiner Kongreßerfahrung ein ähnliches Bild in Erinnerung habe. Ich sagte ihm darauf, ich habe Uganda erlebt, aber als ich Uganda erlebt habe, da erlebte ich eine tiefe Tragödie und was in dem Schauspiel von heute für mich tragisch war, das war der Umstand, daß es keine Tragödie war, daß es nicht ein Kampf von zwei Weltanschauungen war, sondern im ganzen und großen, soweit ich es sehen kann, ein Mißverständnis. Glauben Sie mir: ich habe mich nicht leicht entschlossen, heute hier das Wort zu ergreifen. Ich glaube, es tun zu können, weil ich meine, von rechts und links weiß man es, daß ich ein Mann bin, der sich nicht von Dogmen beeinflussen läßt, daß ich ein Mann bin, der gegen jeden Zwang ist, in welcher Form auch immer 646