Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 640 (sequence 650)
- Language
- German, English, Hebrew
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Berichterstatter Dr. Halpern: Ich habe lediglich zu erklären, daß ich mich nur für den Wortlaut meiner Aeußerungen verantwortlich fühle und nicht für eine Interpretation. (Rufe: Was ist Ihre Meinung? Das verstehen wir nicht!) Ich habe es Ihnen gestern gesagt. Delegierter Jachimsohn (Ukraine): Ich beantrage Uebergang zur Tagesordnung über den Antrag Simonde Lieme! Vizepräsident Dr. Klumel: Es liegt ein Antrag vor, über den Antrag Simon-de Lieme zur Tagesordnung überzugehen. Delegierter Dr. Braude: Das geht nicht an. Ich frage den Herrn Referenten der Finanzkommission, wie weit seiner Meinung nach der Vorwurf berechtigt ist, der in der Einleitung zum Antrag Simon-de Lieme liegt. Es ist notwendig, daß seitens der Finanzkommission diesbezüglich eine Erklärung abgegeben wird, damit der Kongreß weiß, wie er sich zum Antrag Simon-de Lieme zu verhalten habe. Delegierter Dr. Schachtel: Meine Herren, wie wir uns auch immer sachlich dazu stellen mögen, halte ich es für eine Entwürdigung des Kongresses, daß man hier so häufig den Antrag stellt, über Anträge zur Tagesordnung überzugehen. Man kann dafür oder dagegen stimmen, aber das ist keine geschäftsmäßige Behandlung! Delegierter Stern: Ich stelle den Antrag, erst am Beginn der nächsten Sitzung über diesen Antrag zu sprechen! (Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Klumel: Wer für den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung ist, wolle die Hand erheben! (Geschieht.) Gegenprobe! Ueber den Antrag wird nicht zur Tagesordnung übergegangen. Dr. Feiwel hat das Wort! Mitglied des A. C. Dr. Feiwel: Meine Herren! In der Anregung des Herrn Simon — ohne daß ich auf seine Begründung eingehen will — steckt eine durchaus legitime und loyale Vorsicht. Im Grunde genommen haben die künftigen Verwalter des Keren Hajessod sich ähnliches zu sagen, wie das, was Herr Simon zum Ausdrucke bringen wollte. Wir haben ein Budget aufgestellt, das für den regelmäßigen Etatteil ungefähr 650 000 Pfund ausmacht. Dazu kommt das außerordentliche Budget. Es wäre müßig, sich Schätzungen über den Ertrag unserer nächsten Arbeitsperiode hinzugeben. Wenn man aber mit solchem Eifer und solcher Energie ein Budget verlangt, einzelne Posten sogar noch erhöht hat, dann muß man bei sich selbst auch die entsprechende Verantwortung fühlen, daß man sein Aeußerstes tun wird, um es tatsächlich auch in der Praxis möglich zu machen. Nun haben wir an sich gar keine Garantie, daß wir das Budget im nächsten Jahre durch unsere Sammlungen auch wirklich erreichen werden. Wir haben nur eine Hoffnung, und nach den Erklärungen unserer amerikanischen Freunde wäre es eine stark begründete Hoffnung. Die Ziffer von 1 Million erschiene darnach nicht als die letzte und äußerste Kraftanstrengung. Ungeachtet dessen halte ich es für notwendig und zwar nicht nur aus Gründen der Sachlichkeit und Aufrichtigkeit, sondern aus inneren wirtschaftlichen Gründen, daß man der Exekutive der Zionistischen Organisation eine gewisse Latitude läßt, sie mit einer Autorität ausstattet, im Rahmen des 640