Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 641 (sequence 651)
- Language
- German, English, Hebrew
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Budgets, nicht, wie ich bereits ausgeführt habe, absolut chronologisch vorzugehen, d. h. von jedem eingehenden Pfund die Teile abzuschneiden, sondern nach einem Plan der Aufeinanderfolge, nach der Dringlichkeit vorzugehen. Ich würde also den Antrag Simon ohne die etwas gewundene, leicht zu mißdeutende Einleitung, so stellen, daß wir dem Direktorium des Keren Hajessod, bzw. der Exekutive, Vollmacht erteilen, im Rahmen eines einjährigen Budgets die Eingänge so zu verwenden, daß zunächst die Beträge reserviert werden für das regelmäßige Budget und daß nach Abdeckung des regelmäßigen Budgets alle eingehenden Beträge zur Auffüllung der anderen Posten des Budgets verwendet werden. Ich glaube, daß Herr Dr. H a 1 p e r n mit diesem Antrag einverstanden sein wird. Ich würde Ihnen empfehlen, den Antrag anzunehmen. Dann möchte ich mich noch dagegen aussprechen, daß vom Kongreß dem Direktorium des Keren Hajessod absolute Diskretion gegeben wird, auf Investitionen zu verzichten. Das halte ich für eine große Gefahr, während ich glaube, daß mein Antrag den wirklichen Notwendigkeiten entspricht. (Beifall.) Mein Antrag lautet: „Das Direktorium des Keren Hajessod bzw. die Exekutive der Zionistischen Organisation wird ermächtigt, von den Keren Hajessod-Eingängen des nächsten Jahres zunächst den regelmäßigen Etat zu decken und sodann alle weiteren einlaufenden Beträge für die übrigen Verwendungszwecke des Keren Hajessod zu reservieren." Delegierter Dr. M. Hindes: Soll im Zertifikat die Bestimmung bleiben, daß 30 % für Investments gehen? Delegierter Dr. Feiwel: Selbstverständlich! Vizepräsident Dr. Klumel: Will jemand gegen diesen Antrag sprechen? (Del. Simon meldet sich.) Delegierter Simon: Ich bin zu meinem Bedauern genötigt, mich gegen den Antrag Feiwel auszusprechen, weil ich klare Verhältnisse will. Wir wählen eine Exekutive und wir übergeben dieser Exekutive unsere ganzen Geschicke, aber ich will nicht haben, daß man angesichts einer ungewissen Einnahme hinausgeht und irgend welche Versprechungen erster oder zweiter Ordnung macht. Für dieses Jahr ist die Sache klar. Wir müssen ein laufendes Budget decken oder wir können in Palästina nicht arbeiten. Sie haben dieses Budget angenommen. Ich habe zu ihm keine Stellung genommen. Nachdem Sie aber dieses Budget angenommen haben, können Sie nichts weiter tun, als offen erklären: Vorläufig in dieser ungeklärten Situation kann von einer Reservierung von 30 % für wirtschaftliche Zwecke keine Rede sein. Was nachher sein wird, darüber kann man sich verständigen, wenn erst Geld in der Kasse ist, aber nicht wie bisher, wo man über Ausgaben verfügen muß, ehe man Einnahmen hat. Ein guter Teil der schwierigen Situation in Palästina ist daraus zu erklären, daß man am Anfange eines Monates noch nicht über das Geld verfügt, das man während des Monates braucht, anstatt daß man es einige Monate vorher schon zur Verfügung hat, um rechtzeitig disponieren zu können. Es ist ganz klar, in diesem Jahre sollen unsere Kraftanstrengungen nicht auf Grund eines Versprechens gemacht werden, von dem man nicht weiß, ob man es erfüllen kann. 41 641