Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 623 (sequence 633)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter Dr. M. Lurje (hebräisch): Die von uns verlangten 100 000 Pfund sind auch nur kaum ausreichend, um das Bestehende in der schlechtesten Form zu erhalten. In Prag habe ich schon für die Abendkurse 6000 Pfund verlangt. In diesem Jahre haben wir die Kurse nicht gehabt und ein Rückgang der Verbreitung der hebräischen Sprache macht sich sehr bemerkbar. Die Forderung einer Zulage für die Lehrer ist zweifellos berechtigt, da allseits zugegeben wird, daß die Gehälter niedrig sind. Vizepräsident Dr. Klumel: Wir treten jetzt an die Abstimmung heran. Das Wort hat der Referent Herr Dr. H a 1 p e r n. Berichterstatter Dr. Halpern: Ich wiederhole, was ich Ihnen heute vormittag sagte, wir müssen auf einem anderen Wege vorgehen. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als daß wir zunächst — ohne natürlich der Frage vorzugreifen, ob seitens der Misrachi das Budget bewilligt wird oder nicht — die Höhe des Gesamtbudgets festsetzen. Sie müssen sich darüber entscheiden, ob Sie es in der Höhe von 656 000 Pfund annehmen wollen oder nicht annehmen wollen. Und wenn Sie es nicht annehmen wollen, dann stehen wir natürlich vor einer ganz neuen Situation: dann müssen Sie es zurückverweisen an die Budgetkommission oder eine neue Budgetkommission einsetzen oder es an eine andere Instanz leiten. Aber so können wir nicht weiter prozedieren. Wenn Sie jetzt die Forderungen, die hier gestellt worden sind, annehmen, müssen Sie gleichzeitig erklären, wer diese Mehrbeträge decken wird. (Ruf: Warum?) Weil es unverantwortlich ist, hier einfach für eine Erhöhung zu stimmen, ohne gleichzeitig für deren Deckung zu sorgen. Deswegen, Herr Vorsitzender, schlage ich Ihnen vor, daß Sie zuerst abstimmen lassen, ob der Kongreß das ihm von der Finanzkommission vorliegende regelmäßige Palästinabudget in der Höhe von 656 000 Pfund annimmt oder nicht annimmt. Nimmt er es an, so können wir von den einzelnen Posten sprechen und können dann innerhalb des Budgets alle Vorkehrungen treffen. Einen anderen Weg gibt es nicht, weil es unverantwortlich ist, für die Erhöhung zu stimmen, ohne zu wissen, wer es zahlt. Es hat keinen Zweck, Abendkurse einzusetzen, ohne zu wissen, wer das Geld gibt. Vizepräsident Dr. Klumel: Ich betone, daß wir vorläufig die Summe von 656 000 Pfund annehmen und dann wieder auf einzelne Fragen zurückkommen. Ich will auf etwas Wichtiges aufmerksam machen. Wenn der Kongreß neue Ausgaben annimmt, müßte die Budgetkommission neuerlich zusammentreten. Hingegen wäre es möglich, daß man vorläufig dies annimmt und die Anträge auf Erhöhung an die Exekutive verweist. Delegierter Dr. Braude: Ich möchte den Referenten der Finanzkommission fragen, ob er für die Deckung des Budgets von 656 000 Pfund die sichere Deckung hat. (Berichterstatter Dr. Halpern: Nein!) Ich weiß nicht, woher der Referent der Finanzkommission weiß, ob die Einnahmen des Keren Hajessod gerade soviel betragen werden oder weniger oder mehr? Vizepräsident Dr. Klumel: Wir schreiten jetzt zur Abstimmung. Wer für den Antrag der Kommission ist, daß wir die Summe von 656 000 Pfund annehmen, möge die Hand erheben. (Nach einer Pause: — Gegenprobe!) Der Antrag ist mit 66 gegen 37 Stimmen angenommen. Ich muß noch einmal darauf aufmerksam machen, — die Herren vom Misrachi waren vojhin nicht alle 623