Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 615 (sequence 625)
- Language
- German, English, Hebrew
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einschlagen, müssen Sie außerhalb dieses Budgets eine Stelle ernennen, die für die Auszahlung der Gelder, die Sie bewilligt haben, aufkommt. An einem praktischen Beispiel erläutert: wenn hier vorgeschlagen wird, in Palästina Abendkurse einzurichten und dies 6000 Pfund kostet, wenn das hier beschlossen wird und die Faktoren, denen die Ausführung obliegt, sofort die nötigen Schritte ergreifen, dann ist es Ihre Pflicht, diesen Faktoren mitzuteilen, wer dafür verantwortlich ist und wer allmonatlich 500 Pfund zu diesem Zweck nach Palästina schicken wird, damit im Jahr 6000 Pfund da sind. Diese grundsätzliche Bemerkung mußte ich Ihnen machen. Jetzt werden wir in die Einzelheiten des Budgets eingehen und ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn wir mit dem Palästinabudget beginnen. Delegierter Dr. Braude (Polen, deutsch): Mit Rücksicht auf diese Bemerkungen des Herrn Referenten möchte ich vorschlagen, daß wir zuerst über jene Positionen abstimmen, bei denen Erhöhungen oder Neubewilligungen vorgeschlagen werden, damit der Kongreß dann die Möglichkeit hat, bei den andern Positionen die erforderlichen Abzüge zu machen. Dies wird uns die Möglichkeit geben, die Totalsumme aufrechtzuerhalten und doch einzelnen Wünschen gerecht zu werden. Wenn wir umgekehrt verfahren, kommen wir in die Zwangslage, von der der Herr Referent sprach, daß wir absolut nicht in der Lage sind, Weiteres zu bewilligen. Vizepräsident Dr. Klumel: Ich will Herrn Dr. Braude nur aufmerksam machen, daß die Anträge, welche sich auf Erhöhungen beziehen, einen weit größeren Betrag ausmachen, als das gesamte Budget. Wir können darauf nicht eingehen. Die Budget-Kommission hat acht Tage gearbeitet und uns ein Projekt vorgelegt. Wir müssen daher über das Projekt der Budget-Kommission vor allem abstimmen und dann werden wir eventuell auf die Erhöhungen zurückkommen. Ueberdies haben die Gruppen, welche die Aenderungen fordern, immer noch die Möglichkeit, sich an das Actions-Comitee zu wenden und eventuell dem Actions-Comitee die Möglichkeit zu geben, irgendeine Aenderung nach der einen oder andern Richtung zu machen. Wir können hier unmöglich über alle einzelnen Anträge so gründlich sprechen. Bevor wir zur Abstimmung über die einzelnen Paragraphen übergehen, habe ich hier eine Erklärung von der Gruppe Misrachi mitzuteilen. Ich bitte jetzt um vollständige Ruhe. Es liegt hier ein Antrag vor, unterschrieben von der Föderation Misrachi, welche ihre Beteiligung an der Abstimmung von dieser Resolution abhängig macht. Die Resolution lautet (liest): „Die Zionistische Organisation dar! nur solche Institutionen gründen, erhalten und subventionieren, in deren Führung und öffentlichen Handlungen nicht gegen die Vorschriften der jüdischen Tradition verstoßen wird." (Lebhafte Zwischenrufe.) Ich wende mich an unsere Freunde von der linken Seite, mit der Bitte, den Kongreß nicht zu stören. (Zahlreiche Zwischenrufe.) Ich appeliere an die Linke ... (Andauernder großer Lärm.) Herr Merem i n s k i, ich wende mich an Sie und Herrn Kaplan, die Vertreter der Hitachduth, und fordere Sie im Namen des Präsidiums auf, für Ordnung zu sorgen. (Ungeheurer Lärm im ganzen Saal.) Im Namen der Toleranz fordere ich die Herren auf, Ruhe zu halten! Herr Josef Co wen bittet als Mitglied der Exekutive um das Wort. 615