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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 613

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 613 (sequence 623)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4913-3481057
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kussion nicht in dieser Weise fortsetzen und ich muß die Redner bitten, sich möglichst kurz zu fassen. Ich möchte auf den ersten Antrag zurückkommen und vorschlagen, daß die Redezeit ohne Unterschied, ob die Redner im Namen einer Kommission, einer Landsmannschaft oder Gruppe sprechen, auf fünf Minuten beschränkt werde. Wer dafür ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Wer ist dagegen? (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. Das Wort hat Herr Grünbaum. Delegierter Izchak Grünbaum (Polen, jüdisch): Geehrter Kongreß! Ich will im Namen der politischen Kommission erklären, daß sie nicht nur Resolutionen, sondern auch Budgetforderungen vorzulegen hat. Wir haben für die politische Arbeit kein Geld, weil der Kongreß für diese keine Budgetposten bewilligt hat. Wenn für bestimmte politische Arbeiten kein Budget festgesetzt wird, so sind die Resolutionen, welche diese Arbeiten fordern, nicht mehr als Phrasen, in manchem Fall sogar schädliche Phrasen. Das Budget ist nur für die Arbeit in Palästina bestimmt. Wir brauchen aber auch Geld für die politische Arbeit, nicht nur in Erez Israel, sondern auch in den Galuthländern, z. B. für ein Zentralorgan in hebräischer Sprache. Ich bin sicher, daß, wenn Ihnen eine Resolution vorgeschlagen wird, in welcher wir für die politischen Notwendigkeiten, z. B. für die Verhandlungen mit den Arabern, für den jüdischen Schutz in den Misrachländern, ein hebräisches Organ fordern, diese Resolution angenommen werden wird. Dazu brauchen wir aber eine Budgetposition; ohne diese ist eine Resolution nichts wert und kann nur Schaden bringen. Ich bitte daher, daß die Budgetkommission diese Sache in Betracht zieht und auch einen Posten für die politische Arbeit einsetzt, welche sich nicht direkt auf Palästina bezieht. Delegierter David Yellin (Palästina, hebräisch): Wir haben hier viel vom Maasser gesprochen. Es scheint, als ob der Budgetausschuß den Maasser vor allem vom palästinensischen Erziehungswerk einziehen will. Deshalb hat er auch das Erziehungsbudget um 10 000 Pfund gekürzt. Man will uns damit trösten, daß man uns 25 000 Pfund für Schulbauten bewilligt. Die Schulbauten in Palästina sind für uns eine allererste Notwendigkeit. Wenn wir in diesem Punkte sparen, dann wird uns die Möglichkeit genommen, normal weiter zu arbeiten. Der palästinensische Lehrer fordert normale Lebensbedingungen, aber noch mehr fordert er, daß man ihm normale Arbeitsmöglichkeiten gibt. Und ohne Schulräume gibt es überhaupt keine Möglichkeit zu arbeiten. Mag sich der Schüchterne durch die Erklärungen des Budgetausschusses schrecken lassen, wir aber wissen, daß die Schulen unsere erste Notwendigkeit sind. Die palästinensische Regierung gründet jede Woche eine neue Schule für die Araber. Sehen Sie zu, daß wir nicht jeden Monat eine Schule schließen. Wir rühmen uns vor der Welt unserer Schulen. Dabei zerstören wir aber selbst unser Werk. Der Jischuw gibt jetzt 15 Prozent des Budgets, das ist ein sehr großer Prozentsatz für den Jischuw. Wir dürfen nicht verzweifeln, das Volk wird die Opfer bringen. Delegierter Jawneeli (Palästina, hebräisch): Wir haben eben unsere Beamten verpflichtet, hebräisch zu lernen. Wenn aber die Beamten hebräisch sprechen werden und das Volk nicht, so wird eine neue Scheidewand zwischen der Beamtenschaft und dem Volk errichtet. 30 Jahre haben der Lehrer und der Arbeiter in Palästina für das Wiederaufleben der hebräischen Sprache geabeitet. Wir müssen diese Arbeit unterstützen. Nachdem der Lehrer den ganzen Tag in der Schule unterrichtet hat, gibt er am Abend den Arbeitern unentgeltlichen Unterricht. Die Arbeiter ihrerseits gehen nach der Arbeit nicht in irgend- 613

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