Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 611 (sequence 621)
- Language
- German, English, Hebrew
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die Verantwortung weiter übernehmen, den Posten des Treasurers der Zionistischen Organisation für Palästina zu führen. (Beifall.) Delegierter Meier Berlin (Misrachi, hebräisch): Auf eine wichtige Angelegenheit ist hier bisher nicht hingewiesen worden. Ich und meine Gesinnungsgenossen glauben, daß jede zionistische Gruppe, die irgendeine Arbeit in Palästina leistet, das Geld hierfür von einer allgemeinen Kasse bekommen muß. So haben es auch die Mitglieder der Keren Hajessod-Delegation, die nach Amerika gekommen sind, aufgefaßt und uns diesbezüglich beruhigende Zusicherungen gegeben. Trotzdem haben wir Misrachi bezüglich der Deckung unseres Palästina- Budgets Schwierigkeiten bei der Leitung gefunden. Ich möchte betonen, daß unsere Leiter das, was sie versprochen haben, auch durchführen müssen. Delegierter Dr. Dante Lattes (Italien, hebräisch): Gestern abend, während der Keren Hajessod-Debatte, hat einer der italienischen Delegierten, Herr Ottolenghi, einen Zusatzantrag zu den Anträgen der Kommission eingebracht, in dem es heißt, daß die Maasserpflicht für die kleinen Landsmannschaften keine Geltung haben soll. Dieser Zusatzantrag wurde vom Kongreß und vom Präsidenten als die Meinung aller italienischen Delegierten angesehen. Ich halte es für meine Pflicht als italienischer Delegierter, Ihnen zu erklären, daß die Ansicht des Herrn Ottolenghi nicht die aller italienischen Zionisten ist, sondern nur eines Teiles. Der andere Teil der italienischen Zionisten, den ich hier vertrete, meint daß auch sie, trotz der ökonomischen Krise und der schweren Lage, für den Aufbau des Landes und die Wiederbelebung des Volkes mit größten Geldopfern sich beteiligen können und wollen und daß es bei einer entsprechenden Propaganda möglich ist, den Maasser für den Keren Hajessod auch bei den italienischen Zionisten durchzusetzen. (Beifall.) Präsident Sokolow: Wir treten in die Debatte ein. Es ist der Antrag auf Beschränkung der Redezeit auf 5 Minuten gestellt worden. Wer für diesen Antrag ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Angenommen. Ich nehme an, daß diejenigen Redner, die im Namen von Gruppen sprechen, davon ausgeschlossen sind. (Rufe: Nein!) Aber wir empfehlen auch Ihnen Selbstbeschränkung. Delegierter Dr. B. Mossinsohn (Amerika, hebräisch): Ich spreche im Namen der Kulturkommission. Gestern hat die Budgetkommission das Budget vorgebracht und auch über das Budget des Schulwesens verhandelt. Ich habe mich zum Wort gemeldet, weil die Schulfrage für Palästina eine der wichtigsten Fragen ist. Vom Budget hängt das Schicksal der Schulen ab. Herr Ussischkin und die Budgetkommission haben die Budgetrechnung mechanisch aufgestellt. Sie haben 60 000, 80 000 und 100 000 Pfund vorgeschlagen, haben aber nicht gewußt, welche Verwendung das Geld haben wird. Die Kulturkommission, die der Budgetkommission ihre Vorschläge machte, hat sich bemüht, die Frage als eine organische aufzufassen und ist deshalb zum Beschluß gekommen, daß das Budget erhöht werden muß. Wir müssen die Sache ganz anders ansehen. Entweder machen wir etwas ganz oder wir machen es gar nicht. Wir müssen den Lehrern die Möglichkeit geben, den ihnen gestellten Aufgaben nachzukommen. Die Kulturkommission ist von dem Standpunkte ausgegangen, daß man nicht nur unter den Kindern die Sprache und die hebräische Kultur verbreiten muß, sondern auch unter den breiten Massen des Volkes. Es handelt sich um zwei Fragen. 100 000 Pfund wurden in Prag vom A.C. für das Schulwesen bestimmt. Die Summe aber wurde für die be- 39* 611