Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 610 (sequence 620)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wenn Sie das Budget für Palästina genehmigen, müssen Sie das nur tun unter der Bedingung, daß dort eine verantwortliche Instanz ist, die gegen Ueberschreitung des Budgets und gegen Verschwendung Wache hält. Wir haben jetzt ein Budget angenommen. Das sind nur runde Summen. Man spricht von hunderttausenden von Pfund. Jetzt kommt aber die Arbeit; man muß detaillieren, auf den Piaster muß man alles ausrechnen. Wenn nicht ein detailliertes Budget da ist, wofür die Treasury die Verantwortung hat, dann ist auch keine Budgetkontrolle möglich. Die Treasury ist kein Departement, wie andere. Sie muß über den anderen Departements stehen, die immer nur ihre eigenen Interessen sehen, sie muß auch im Lande eine gewisse Autorität genießen, damit sie ihre Bedingungen aufstellen kann für die Arbeit, die ausgeführt, und für die Gelder, die ausgegeben werden. Wenn man eine Subvention oder eine Anleihe gibt für irgendeine Arbeit, so muß die Treasury die Möglichkeit haben, ihre Bedingungen zu stellen, damit keine Verluste eintreten, damit die Anleihe zurückgezahlt werde, damit Subvention und Anleihe nicht vermischt werden usw. Früher war der Treasurer ein Mitglied der Zionistischen Commission, nachher nicht mehr. Für die übergeordnete Stellung der Treasury über die andern Departements auf finanziellem Gebiete ist es wünschensv/ert, daß ein Mitglied der Zionistischen Commission als Treasurer fungiert. Aber das würde nicht genügen. Auch als Mitglied der Commission muß die Rechtsposition des Treasurers gegenüber der Commission geregelt werden. Er muß unabhängig von der Politik innerhalb und außerhalb der Zionistischen Commission, unabhängig von jeder Politik auch im Jischuw, der Treasury in London oder besser noch dem Großen Aktions-Comitee gegenüber direkt verantwortlich sein. Manchmal muß der Treasurer — das ist eine Frage des Taktes — sich der Zionistischen Commission entgegenstellen und Dinge verweigern, die sie beschlossen hat. Dies muß aus finanziellen Gründen, aus Gründen der Arbeit sein. Das kann ein Kassenverwalter oder ein Leiter der Buchhaltung nicht. Der Treasurer hat nur den finanziellen Gesichtspunkt zu wahren. Dieser soll ausschlaggebend sein bei den Beratungen über gewisse Anträge von finanzieller Bedeutung. Beinahe alles in Palästina ist mit Finanzen verbunden. Dazu muß eine Institution in Palästina bestätigt werden, die mit eigenen Gesetzen auf der Grundlage, die die Reorganisations-Kommission geschaffen hat, die Sache führen kann. Ich werde persönlich keinen Schritt auf dem Wege zurückgehen, den wir nach 23^ Jahren vorwärts gegangen sind, den Weg von Desorganisation zu Organisation. Der Finanzverwalter darf nicht als ein Beamter mit gebundenen Händen dastehen, sondern muß die Möglichkeit haben, sie zu Oekonomien zu gebrauchen. Ich werde die Treasury in Palästina nur übernehmen, wenn die Rechtsposition des Treasurers geregelt ist, und ich verspreche feierlich, daß ich von diesem Amte zurücktreten werde, wenn die Prinzipien der finanziellen Administration, die ich der Exekutive vorlegen werde und die ich mir selbst auferlege, in Palästina überschritten werden. Ich könnte dann nicht 610