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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 608

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 608 (sequence 618)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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bei Ihnen liegt. Dies trifft speziell zu auf die Finanzen und Sie müssen unsere Sorgen mit uns teilen. — Es hat sich gezeigt, daß Palästina elastisch ist und daß man auch mit einem kleineren Budget leben kann. Aber hier gibt es eine Grenze. Das kleinere Budget muß wenigstens gedeckt sein. Ich verlange hier nicht mehr Geld, sondern nur das Geld, das für uns bestimmt ist. Ich wage hier zu behaupten, daß die Budgeteinschränkungen im letzten Jahre gewissermaßen heilsam und gesund auf Palästina gewirkt haben. Der Jischuw hat dadurch die Gewohnheit verloren, die Zionistische Commission als zentralen Geldgeber anzusehen. Das ist schon ein großer Gewinn. Es sind aber noch andere Gewinne aus der Budgetverringerung entstanden. Es wurde dadurch eine Intensivierung der Arbeit herbeigeführt, man war gezwungen, mehr ins Detail zu gehen, man war bei jedem Piaster gezwungen, zu sehen, ob er gut verwendet wird. Das hat die ganze Hand-in-den-Mund-Politik, die wir bisher gehabt haben, mehr in die Richtung konstruktiver Arbeit geführt. Palästina ist ein eigentümliches Land. Wir haben weniger in diesem Jahre verloren, weil wir weniger gegeben haben. Wenn die Arbeiterorganisation ein Defizit von 22000 Pfund hat, so kam das daher, weil wir 22000 Pfund gegeben hatten. Man kommt um eine Anleihe von 3 000 Pfund für irgendeine Arbeit und wir geben nur 1 500 Pfund, so ist nur die Möglichkeit, diese zu verlieren; aber wenn wir 3 000 Pfund gegeben hätten, wären die 3 000 Pfund verloren gewesen, obzwar wir alles Mögliche tun, um durch bessere Kontrolle das Risiko zu verringern. Ein anderes Beispiel: Dieses Jahr hatten wir wieder größere Pogrome. Voriges Jahr hatten wir 16 000 Pfund, heuer 3 000 Pfund in den Pogromen verloren. Allerdings waren die Leiden größer, aber die Verluste geringer. Palästina ist ein unsaturierbares Land und es gibt kein Ende des Geldes, das man hineinsteckt. Das legt auf die Finanzverwaltung eine große Verantwortung. Die Oekonomie von Palästina ist noch nicht geschrieben. Man transplantiert westeuropäische Begriffe auf Palästina, aber es gibt kein Land auf der Welt, das einen Vergleich mit Palästina bietet. Man muß im Auge behalten, daß ein hochentwickeltes Volk, ein Volk mit Vorfahren, in ein Land einwandert, wo kein Kapital von Vorfahren da ist. Man kann nicht zu gleicher Zeit immigrieren und den kulturellen Bedürfnissen eines hochentwickelten Volkes entsprechen. Das ist die tiefliegende, teilweise unbewußte, Antithese zwischen dem Jischuw und der Immigration, zwischen Ussischkin und de Lieme. Und jeder Immigrant gehört am nächsten Tage nach seiner Ankunft, in dieser Hinsicht, zum Jischuw. Insoweit ist Palästina nicht so sehr verschieden von anderen Immigrationsländern, wie Amerika. Bloß man schreit nach Immigration. Das Problem ist, die Bedürfnisse eines hochentwickelten Volkes auf eine niedrigere Stufe herunterzuschrauben. Man muß sich dies vergegenwärtigen, um Enttäuschungen zuvorzukommen. Weiter: Es muß Geld ins Land gesenkt werden .anstatt des Kapitals der Vorfahren, um eine Kreditbasis zu schaffen. Das Beispiel 608

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