Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 602

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 602 (sequence 612)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4902-3481046
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

werden. Die Leute, die wir beschäftigen, können nicht von Garantien leben. Mit Garantien können sie weder ihre Miete zahlen, noch Nahrungsmittel oder Kleidung kaufen. Kein Krämer in Palästina wird sie bedienen, wenn sie ohne Geld kommen. Weder die Lehrerschaft, das Aerztepersonal, noch die Verwaltung können mit Garantien auskommen. Könnt Ihr das Geld nicht aufbringen, dann bewilligt es nicht; bewilligt Ihr es aber, dann seht auch zu, daß es aufgebracht wird. Zum Bericht an sich habe ich eigentlich wenig zu sagen, denn er spricht für sich selbst. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf zwei Punkte lenken: Wir haben Ausgaben in Palästina und Ausgaben außerhalb Palästinas zu decken. Die Ausgaben außerhalb Palästinas müssen aus den Schekelgeldern bestritten werden. Tatsache ist aber, daß schon vor dem Kriege, wenn wir auf den Schekel angewiesen waren, derselbe für die Ausgaben außerhalb Palästinas nicht ausreichte, und daß Parteifonds und Zentralfonds eingerichtet werden mußten. Meine persönliche Erfahrung, sowie die angeführten Zahlen beweisen, daß man vom Schekel nicht existieren kann. Diesbezügliche Vorschläge sind Ihnen unterbreitet worden. Die Ausgaben, die zu decken sind, sind nicht allein Ausgaben außerhalb Palästinas. Es handelt sich auch um Schulden, die abgetragen werden müssen. Nun, denn, sehen Sie zu, daß diese Vorschläge angenommen werden. Ich weiß zwar nicht, ob die Vorschläge in ihrer jetzigen Fassung weitgehend genug sind, aber Sie müssen sehen, daß zumindest diese Anträge zur Annahme gelangen. Damit aber, daß die Anträge hier im Kongreß angenommen werden, ist die Sache noch nicht abgetan, es handelt sich darum, sie zu Hause durchzuführen und dort die Mittel herbeizuschaffen. Bisher hatten wir, abgesehen vom Schekel, den Keren Geulah, auf den wir rechnen konnten; dieser aber ist bereits beinahe aufgebraucht und mit Ausnahme einiger unbedeutender Beträge, die noch von Südafrika einzugehen haben, — und ehe ich fortfahre, möchte ich Südafrika meinen Dank aussprechen, was auch, glaube ich, in Ihrem Namen geschehen sollte, für die Arbeit, die dort in den letzten paar Monaten geleistet worden ist, denn ohne Südafrikas Hilfe weiß ich wirklich nicht, was aus uns geworden wäre — mit Ausnahme dieser unbedeutenden Beträge aus Südafrika sowie einiger Rimessen, die aus den britischen Kolonien zu erwarten sind, ist kein Geldeingang für den Geulah-Fond mehr zu erwarten. Diese Bemerkungen gelten für die Arbeit außerhalb Palästinas. Für die Arbeit in Palästina selbst sind wir ausschließlich auf Keren Hajessod-Sammlungen angewiesen. Nun, meine Herren, was Palästina anbelangt, so müssen wir dort von vornherein mit Schulden anfangen. Wir schulden Palästina eine beträchtliche Summe; ich weiß nicht, wann die Keren Hajessod-Zeichnungen anfangen werden, letzterem zuzufließen; das eine aber weiß ich, daß die Leute in Palästina nicht warten können. Dies war der Grund unserer gestrigen Sitzung. Mit einer Sitzung allein kann man aber keine Spesen decken, noch mit Garantien allein Aufwendungen in Palästina bestreiten. Unser Palästina-Budget für das ver- 602

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.