Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 601 (sequence 611)
- Language
- German, English, Hebrew
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Fragen gibt, die sie stellen möchten. Er enthält jedoch einen oder zwei geringfügige Druckfehler, die ich vor allen Dingen berichtigen möchte, und zwar: Auf Seite 11 (der englischen und 14 der deutschen Ausgabe) wird unter den früheren Verpflichtungen der Organisation in § 8 ein Betrag von 81 000 Pfund erwähnt; dieser sollte 71 000 Pfund heißen. Auf Seite 94 (der englischen und 60 der deutschen Ausgabe) ist in der Gehaltsaufstellung in Bezug auf Herrn Dr. Eders sowie Herrn Ussischkins Gehalt ein Irrtum unterlaufen; beide Herren beziehen ein monatliches Gehalt von 100 Pfund; 25 Pfund stellen Repräsentations- Spesen dar, die mit dem Gehalt nichts zu tun haben. Auf Seite 84 (der englischen und 55 der deutschen Ausgabe) erscheint ein Posten von 898 Pfund, eine ziemlich beträchtliche Summe darstellend, die an Kursdifferenzen eingebüßt worden ist. Dieser Verlust entstand dadurch, daß große Summen, von Sammelaktionen im Auslande herrührend, in den betreffenden Ländern liegen blieben, später aber, infolge Geldmangels in London, realisiert werden mußten, wobei wir durch den Kursrückgang die beträchtliche Summe von nahezu 900 Pfund einbüßten. Nun möchte ich einige Worte über die Lage sagen, in der ich mich im vorigen März befand, und noch heute befinde. Bei Durchsicht der im vorliegenden Bericht angeführten Zahlen wird es dem Kongreß klar werden, daß wir die ganze Zeit hindurch mit einem Defizit gearbeitet haben. Ich weiß nicht, wie viele von den anwesenden Herren Geschäftsmänner sind, noch wie viele ihre Geschäfte mit einer ständigen Unterbilanz führen müssen; das eine weiß ich aber, daß ein ständiges und wachsendes Defizit nur zu einem Ziele führen kann, und zwar zum Bankrott. Nun, wir arbeiten mit einem ständigen und wachsenden Defizit. Sie kommen hierher, meine Herren, und der Kongreß verhandelt über Resolutionen und Prinzipien, und gerät in die größte Aufregung über alle möglichen Dinge; kommt es aber zum Kernpunkt, wie dem Defizit abzuhelfen ist, dann interessiert sich der Kongreß für allerlei Nebensächlichkeiten eher, als mir Gehör zu schenken. Kommt es, wie gesagt, zur Frage, wie dem Defizit zu begegnen ist, dann verstummt der Kongreß; bleibt er stumm, so enden wir vorm Konkursgericht; dieser Gang der Dinge ist dann unausbleiblich. Ich bedauere, daß ich gestern abend nicht hier sein konnte, um diese Debatte zu eröffnen; ich wohnte aber einer Zusammenkunft von Vertretern von Organisationen und Einzelpersonen bei, die bemüht waren, das notwendigste Geld für die nächsten zwei bis drei Monate aufzutreiben. Das Ergebnis dieser Zusammenkunft war nicht befriedigend, denn die Mehrzahl der Anwesenden lehnte es ab, Verpflichtungen einzugehen. Geht dieser Kongreß auseinander, ohne das Geld aufgebracht zu haben, — und bloße Garantien haben keinen Zweck; bares Geld muß es sein — dann können wir mit unserer Arbeit nicht fortfahren. Garantien allein sind zwecklos. Unsere Ausgaben können nicht durch Garantien bestritten 601