Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 598 (sequence 608)
- Language
- German, English, Hebrew
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reagiert, so milde, daß ich dies gar nicht zurückzuweisen brauche. Formell habe ich zu bemerken: es wurden in Prag 100 000 Pfund angenommen und es wurden formell nicht angenommen die 25 000 Pfund für die Schul - bauten. Sachlich habe ich zu bemerken, ich stehe ganz auf dem Standpunkte Ussischkins, daß es gut wäre, wenn man sowohl die 100 000 wie die 25 000 Pfund ausgibt. Ich habe aber dazu zu sagen, daß eine Budgetaufstellung natürlich auch so gemacht werden kann, daß man einfach erklärt, wir gehen von anderthalb Millionen aus und verteilen sie am zweckmäßigsten, und es kann eine Budgetaufstellung auch anders gemacht werden, nämlich so, wie wir es gemacht haben. Wir setzen ein Minimum für die Ausgaben ein, damit wir nachher keine Enttäuschungen erleben. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß man durch nichts eine Sache so entstellen kann, als wenn man von den effektiven Ziffern auf die prozentuellen kommt. Das ist eine recht beliebte, aber billige Methode. Das Schulwesen in ein Verhältnis zum Gesamtbudget von \XA Millionen zu setzen — das sollte man wirklich nicht tun. Ich würde es lieber in ein Verhältnis stellen zu dem Posten, den Sie in unserem Budget finden und der da heißt: regelmäßiges Palästinabudget. Auch dieser Posten ist recht ansehnlich und man tut gut daran, sich zu vergegenwärtigen, einen wie großen Teil davon das Schulbudget ausmacht. Ich halte meinen Antrag, den Gesamtposten für das Schulwesen, so wie ich Ihnen denselben vorgelegt habe, zu genehmigen, aufrecht und sehe keine Möglichkeit, eine Erhöhung vorzunehmen. Die Bewilligung der 2 000 Pfund für die Gartenstadt ist — ich selbst habe dieser Besprechung nicht beigewohnt — nach einer sehr eingehenden Erörterung mit den Sachverständigen abgelehnt worden. Ich bin nicht in der Lage, sie wieder aufzunehmen. (Delegierter Dr. R u f e i s e n : Mit welchen Sachverständigen?) Die Kolonisations-Kommission wird Ihnen darüber des Näheren berichten. Ich werde Ihnen morgen über diesen Posten, über den ich im Augenblick nichts Näheres weiß, Auskunft geben. Nun komme ich zu einem Posten, bei dem mir die Vertretung meines Standpunktes als Budgetreferent ebenso schwer wird, wie bei der Frage des Schulwesens, das ist die Versuchsstation. Wenn wir uns lediglich von Gefühlen und namentlich vom Gefühl der Dankbarkeit leiten lassen könnten, würde niemand von uns einen Abstrich bei der Arbeit, die von Dr. Lurie geleitet wird und niemand einen Abstrich bei der Arbeit, die von Professor Warburg geleitet wird, vorschlagen. Sie haben es in dieser Beziehung viel besser als ich. Aber ich muß meinen Standpunkt hier vertreten und muß sagen: wir können zu dem Budget, das wir Ihnen vorgelegt haben, überhaupt keinerlei Nachträge genehmigen. Wir sehen für uns diese Möglichkeit nicht. Ich sehe eigentlich nur einen Ausweg: Vielleicht wird sich im Laufe der Arbeit in Palästina die Möglichkeit ergeben, aus dem Kolonisationsbudget, das wir bewilligt haben, — und man braucht wohl im ersten Jahr noch nicht die ganzen 20 000 Pfund — einen weiteren Betrag für die Versuchsstation liquid zu machen. Was nun die Frage über den Vorrang der einzelnen Posten innerhalb des regulären Budgets betrifft, so habe ich dazu zu erklären, daß diese Posten gleichmäßig rangieren. Wir stellen uns die Sache so vor, — und das ist die Voraussetzung der normalen und ungestörten Arbeit in Palästina — daß die auf Monate eingeteilten Quoten des Budgets, wobei selbstverständlich zu berücksichtigen ist, daß bei der landwirtschaftlichen Kolonisation der eine und der andere Monat nicht ganz automatisch gleich bedacht werden können, nach Palästina sicher überführt werden. Wir sehen, in dieser Sicherung des Budgets, in dieser regelmäßigen Uebersendung etwas viel Wichtigeres als eine etwaige Erhöhung des einen oder des andern Postens um kleine Beträge. Wir sind der Meinung, daß viele Vorwürfe, die man gegen die Arbeit in Palästina erhoben hat, ungerecht 598