Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 596 (sequence 606)
- Language
- German, English, Hebrew
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i) für Aufforstungsarbeiten ........... k) für Instruktoren, landwirtschaftliches Museum . . . 1) für Experten............... m) für Versuche mit billigeren und intensiveren Koloni- 4 000 Pfund; 1500 „ 5 000 „ sationsformen 20 000 Sie sehen, für neue Einwanderer und insbesondere für die Gartenstadtirage ist gar nichts getan. Das sind zusammen Beträge von 304 500 Pfund. Außerdem 10 000 Pfund für die Versuchsstation, die separat angeführt sind. Davon soll der N. F. für die ersten Ameliorationsarbeiten einen entsprechenden Anteil, der zwischen 40 bis 50 bis 81 000 Pfund beträgt, rückersetzen und der Rest wäre in das ordentliche Budget einzustellen. Mitglied der Exekutive M. Ussischkin (jüdisch): Ich will Sie einige Minuten aufhalten und Sie bitten, den Posten über das Schulwesen nicht zu bestätigen. In Prag wurde vom A. C. beschlossen, 100 000 Pfund und 25 000 Pfund für Schulgebäude einzustellen. Jetzt will die Kommission diesen Betrag um 10 000 Pfund verkürzen. Ich bitte Sie, auf diesen Vorschlag nicht einzugehen. Betreffs der Lage der Schulen in Palästina haben alle Fachleute klar und deutlich bewiesen, daß das Budget nicht verkürzt werden darf; es betrug ursprünglich 106 000 Pfund und wurde ohnehin auf 100 000 Pfund reduziert. Wenn Ihr den Betrag verkürzt, so müßt Ihr ganze Schulen oder einzelne Klassen schließen. Der Vorschlag Halpern ist sehr gut. Wir müssen eine Menge Schulhäuser haben, die zumindest 100 000 Pfund kosten werden. Von den 25 000 Pfund kann man das nicht decken. Bei einem Budget von \XA Millionen Pfund beträgt das Schulwesen nur 8 %. Mitglied des A.C. Prof. Dr. Warburg (deutsch): Hoher Kongreß! Erlauben Sie, daß ich einen ganz kurzen geschichtlichen Rückblick werfe. Es war im Jahre 1902, vor 19 Jahren, da entschlossen sich Herzl und die damaligen Zionistenführer, zum erstenmal von der Linie der reinen Politik abzuweichen und an praktische Zwecke zwar nicht heranzugehen, aber zuzugestehen, daß es nötig sei, die Bedingungen für praktisches Arbeiten einzurichten. Damals kamen S o s k i n, Dr. Oppenheimer und ich nach Wien, um unsere Pläne vorzulegen. Wir beantragten damals schon eine landwirtschaftliche Versuchsstation, ein genossenschaftliches Gut und eine Lehrfarm. Das Resultat war ein ganz minimales. Es wurden ein paar tausend Mark im Budget ausgeworfen und wir konnten eine Zeitschrift gründen, die „Alt-Neuland" hieß. Welcher Unterschied zwischen damals und heute? Wir haben seitdem Lehrfarmen gegründet, die Versuchsstation wurde von den Amerikanern, wenigstens in bescheidenem Maß eingerichtet, aber was damals noch gar nicht getan wurde, das war, praktische Kolonisation zu betreiben. Dies ist das erste Budget, in dem diese wichtige Frage, und zwar in der großzügigsten Weise gelöst wird. Für die landwirtschaftliche Kolonisation sind 225 000 Pfund ausgeworfen, ferner 100 000 Pfund für landwirtschaftliche Kredite und außerdem noch eine außerordentlich große Summe für den N. F. für den Bodenkauf, also zusammen mindestens Vi Million Pfund. Das ist eine ganz gewaltige Leistung und ich hoffe, Sie werden alle damit einverstanden sein und das genehmigen. Aber ich möchte darauf hinweisen, wie minimale Summen für die Beschaffung der Bedingungen da sind. Denn wir sind noch nicht soweit, daß wir tatsächlich wissen, wie kolonisiert werden muß. Dazu ist ein Versuchswesen absolut nötig. Deshalb finde ich es sehr unrecht, daß die an sich im Verhältnis zu anderem so bescheidene Summe von 20 000 Pfund für die Versuchsstation auf 10 000 Pfund herabgesetzt wurde, und zwar ist es deshalb besonders verkehrt, weil sich jetzt für das Versuchswesen 596