Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 582 (sequence 592)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mitglied des A. C. Dr. Halpern: Das ist mir auch nicht eingefallen. Ich behaupte nur, wenn man das angenommen hat, so ist es ein Unding zu sagen: für einen Teil bekommst du etwas. Sie heben ja damit das Prinzip auf; dann müßten Sie statt des Maasser eine Taxe von 7 % einheben. Es ist heute von Herrn F e i w e 1 gesagt worden, daß gewisse rentierliche Anlagen nicht von Privatleuten gemacht werden, sondern aus öffentlichen Geldern. Das ist notwendig bei Wasser-, Elektrizitätsanlagen und bei vielem andern. Aber dann muß man es aus öffentlichen Geldern anlegen und was uns vorgeschlagen wird, ist genau das Umgekehrte. Wenn Sie den Leuten einen Ertrag zusichern, so müssen Sie die Geschäftspolitik unter ihre Kontrolle stellen. Ich folge dem Wunsche des Herrn Vorsitzenden und schließe: Wenn Sie unseren Antrag nicht annehmen — das ist meine innerste Ueberzeugung — so verlegen Sie uns den Weg, der in der nächsten Zukunft schon gangbar wäre, große Kapitalien für wirklich rentierende Anlagen zu bekommen. Tun Sie das nicht! Vizepräsident Motzkin: Ehe ich einem weiteren Redner das Wort erteile, muß ich mitteilen, daß seitens des Herrn Dr. Barth ein Antrag eingelangt ist, welcher lautet: „Ich beantrage die Rückverweisung des Antrages Simon-Halpern - Struck an die Kommission. Seine Tragweite ist zu groß, als daß sie vom Plenum übersehen werden könnte." Mitglied des A.C. Simon: Heißt das, daß der Antrag an den Kongreß zurückkommt? (Rufe: Ja!) Vizepräsident Motzkin: Wer für diesen Antrag ist, der möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Angenommen. Mitglied des A. C. Simon: Ich nehme an, daß dieser Antrag an den Kongreß zurückkommt. Es ist schon vorgekommen, daß wichtige Anträge unter den Tisch gefallen sind. Nachdem wir nicht in der Kommission sitzen, ersuche ich, daß, wenn der Antrag zurückkommt, ein Antragsteller darüber sprechen kann. Mitglied des A. C. Dr. Hantke: Ich gestatte mir, den zahlreich anwesenden Delegierten mitzuteilen, daß die Keren Hajessod-Kommission zur Beratung dieses Antrages um 10 Uhr auf Zimmer 78 zusammentritt. Vizepräsident Motzkin: Es hat noch jemand eine Anfrage an das Präsidium gerichtet, wie es denn mit denen ist, die den Maasser bereits bezahlt haben. Ich glaube, daß wir so liberal sind, weitere Summen entgegenzunehmen, aber ihrer Pflicht sind sie nachgekommen. Es steht nichts im Wege, den Maasser zu vergrößern. Er ist ein Minimum, nicht ein Maximum. Damit ist die Debatte über den Keren Hajessod geschlossen und der Gegenstand erledigt. (Lebhafter Beifall.) Ich fordere Sie auf, hinauszugehen und vor dem nächsten Kongreß zu beweisen, daß das nicht nur eine herrliche Idee war, sondern daß sich das jüdische Volk dieser herrlichen Idee würdig erwiesen hat. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. Daiches: Ob Maasser eine Pflicht oder ein Desiderium ist, jedenfalls hat er einen biblischen Hauch in unsere Bewegung und in unser Volk hineingetragen und das große Verdienst um diese Tat und um die Gründung des 582