Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 575 (sequence 585)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter Giuseppe Ottolenghi (Italien, italienisch): Wir proponieren folgendes: „Während der Maasser als allgemeiner Grundsatz testbleibt, gewährt der Kongreß den kleineren Landesverbänden, um ihnen die Möglichkeit zu weitausholender und nützlicher Arbeit zu geben, die Freiheit in der Beurteilung, ob und inwieweit bei ihnen der Maasser angewendet werden kann, und verleiht ihnen das Recht, den Maasser eventuell in einen freiwilligen Beitrag umzuwandeln." Vizepräsident Motzkin: Den Sinn des Antrages haben Sie verstanden, daß den kleinen Landsmannschaften die Möglichkeit gewährt werden soll, eventuell nicht auf dem Maasser zu bestehen. (Ein Delegierter: Das kann man nicht gestatten, daß für die kleinen Landsmannschaften eine Ausnahme gemacht wird!) Delegierter M. Scheinkin (Polen, hebräisch): Wir stehen jetzt bei dem wichtigsten Brennpunkt des Keren Hajessod. Wir haben viel darüber gekämpft, ob der Keren Hajessod bloß ein Spendenfonds oder das wichtigste nationale Institut sein soll. Jetzt handelt es sich um den Maasser. Wollen wir, wie es in Amerika vorgeschlagen wird, bloß einen Spendenfonds haben oder wollen wir feststellen, daß das ein Institut ist, das in das jüdische Herz eingepflanzt werden soll. Wir haben in erster Linie zu bestimmen, wie hoch der Maasser sein soll, ob 10 % oder 5 %. Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Herr Scheinkin, Sie als Hebräer müssen doch wissen, daß Maasser 10% ist. Delegierter Scheinkin (fortfahrend): Ich bin in einigen Ländern gewesen, wo man mich gefragt hat, ob man für den Maasser sein soll oder nicht. Ich will den Kongreß warnen. Habt ihr Furcht vor dem Maasser, so bestimmt weniger; aber was ihr bestimmt, soll eine Pflicht sein. Das soll man wissen. Ich bin dafür, daß wir höchstens 10 % bestimmen sollen; weniger sollen wir nicht nehmen. Es geht aber nicht an, daß es in der einen Landsmannschaft so, in der andern anders ist. Delegierter Dr. J. Nacht (Rumänien, deutsch): Ich bin für das Maasserprinzip und spreche gegen den Antrag Daiches. Maasser ist für uns ein Name, der anzieht. Das Wort Maasser ist das, was der Schekel war, wir knüpfen damit an eine Tradition an. Nur glaube ich, daß, wenn wir den Maasser bestehen lassen wollen, wir nicht so streng sein dürfen, wie Dr. Daiches gefürchtet hat, daß man die Bücher einsieht. Vizepräsident Motzkin: Es haben bereits mehrere Redner gesprochen, wir werden also jetzt abstimmen. Ein Delegierter: Es liegen von mir zwei schriftliche Anträge vor, einer über die namentliche Abstimmung mit 70 Unterschriften. Vizepräsident Motzkin: Das kommt schon. Es ist ein Antrag auf namentliche Abstimmung gestellt worden. Ich erlaube mir, eine Bitte an Sie zu richten. Wenn Sie den Kongreß schonen und vorwärts kommen wollen, so verlangen Sie 575