Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 574 (sequence 584)
- Language
- German, English, Hebrew
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Berichterstatter Dr. Hantke: Ich möchte bemerken, daß ja diese Bestimmung nicht für ein Jahr getroffen wird. Infolgedessen können wir diesen Prozentsatz nicht nach dem Budget von heute feststellen. Wir sind sonst in der Gefahr, daß wir ängstlich werden und glauben, man kann den Prozentsatz nicht einhalten und daß wir dann eine Bestimmung fassen, die den ganzen Charakter der Bestimmungen der Jahreskonferenz auf den Kopf stellen. Wir selbst wollen, daß ein erheblicher Teil des Budgets für wirtschaftliche Anlagen verwendet werde. Deswegen bin ich persönlich dagegen, daß man diese beiden Dinge miteinander verknüpft. Vizepräsident Motzkin: Wer für den Antrag Simon ist, diesen Paragraphen bis zur Budgetdebatte zurückzustellen, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Abgelehnt. Delegierter Dr. J. Rufeisen (Tschechoslovakei, deutsch): Hoher Kongreß! Es besteht ein Beschluß der Kolonisationssubkommission, nach welchem dem Kongreß vorgeschlagen wird, daß von den Eingängen des Keren Hajessod außer den für den Jüdischen Nationalfond bestimmten 20 % mindestens weitere 30 % für Zwecke der landwirtschaftlichen Kolonisation verwendet werden sollen. Ich bitte darum für den Beschluß der Keren Hajessod-Kommission nur unter der Voraussetzung zu stimmen, daß dem weiteren Beschluß der Kolonisationskommission dadurch nicht vorgegriffen wird. Vizepräsident Motzkin: Ich sehe darin keinen Widerspruch. Wir werden dann bei der Palästinafrage darauf zurückkommen. Wer für den Vorschlag der Keren Hajessod-Kommision ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Angenommen. Berichterstatter Dr. Hantke: Nunmehr kommen wir zu denjenigen Vorschlägen, welche uns persönlich sehr angehen. (Liest): „Der Keren Hajessod ist durch Abgabe vom Vermögen und Einkommen aui der Grundlage des Maasser aufzubringen. Das Direktorium des Keren Hajessod soll nach Anhörung der Landeskomitees des Keren Hajessod die Ausführungsbestimmungen festsetzen und hierbei ein maasserfreies Minimum bestimmen und die individuellen Verhältnisse berücksichtigen.'* Delegierter Dr. S. Daiches (England, deutsch): Ich möchte beantragen, daß in diesem Paragraphen nach dem Worte „ist" die Worte „wenn möglich" eingefügt und daß der zweite Satz gestrichen werde. Ich bin der Ansicht, daß es sehr gut ist, wenn der Kongreß erklären würde, daß es wünschenswert sei, das Maasser-System zu berücksichtigen. Aber ich glaube, daß es dem Zionismus und dem Keren Hajessod sehr schaden würde, wenn das Maasser-System vom Kongreß als Pflicht beschlossen werden sollte. Wir werden den Maasser bekommen. Wenn Sie die Worte „wenn möglich" einschieben, stellen Sie es jedem Zionisten frei, wenigstens einen großen Teil zu geben. Ich bitte Sie, den zweiten Satz zu streichen, denn ich glaube, daß es in sehr vielen Fällen unangenehm sein wird, wenn die Bücher gezeigt werden müssen. 574