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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 568

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 568 (sequence 578)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Keren Hajessod-Verwaltung, an der Verwendung der Gelder in keinem Sinne teilnehmen, ihnen genügt es, wenn eine Kontrolle darüber besteht, daß die Gelder rechtmäßig verwendet wurden. Herr Simon, eine solche Sache läßt sich weder für Sie, noch für uns auf Grund einer Theorie aufstellen. Maßgebend kann hier — das ist ja keine Sache der Diskussion oder theoretischen Opposition — nur eins sein: die praktische Erfahrung. Und was vor einem Jahre noch Vermutung war oder sein konnte, daß die nichtzionistischen Juden keinen Anteil an der Verwendung der Gelder nehmen wollten, das ist, soweit wir bis jetzt sehen, nach den Erfahrungen unserer Arbeiter in sehr vielen Ländern eine Tatsache: nichtzionistische Juden wollen ihre Beiträge geben, aber nur unter der Bedingung, daß sie, wie alle andern, die gegeben haben, irgendwie auch mitzusprechen und mitzutun haben bei der Verwendung. Mit dieser Tatsache muß man rechnen, selbst wenn es sich nur um einen Teil der Beitragleistenden handeln würde. Es genügt nicht die Feststellung, daß — nehmen wir an in England — keiner, der einen Beitrag leistet, mit der Verwendung seines Beitrages etwas zu tun haben will. In vielen Ländern hat die Erfahrung bestätigt, daß die nichtzionistischen Beitragleistenden — und die sind in manchen Ländern sogar sehr -zahlreich — eine Anteilnahme wollen. Wie soll man diese Anteilnahme ermöglichen, ohne daß dem zionistischen Einflüsse Abbruch geschieht und ohne daß die zionistische Exekutive durch die Tatsache der Mitwirkung anderer gehemmt wird. Das ist ein großes Dilemma gewesen und ist es vielleicht noch heute bis zu einem gewissen Grade. Es ist restlos, ideal nicht zu lösen. Es kann nur einer Lösung ziemlich nahe gebracht werden, indem zunächst der Zionistischen Organisation als derjenigen, die den Keren Hajessod initiiert hat, und als dem von der Mandatarmacht anerkannten Organ eine Hälfte des Einflusses und der Kontrolle gesichert wird. Dann sagten wir, die zweite Hälfte des Einflusses und der Kontrolle gehört allen denen, die zum Keren Hajessod beigetragen haben, wobei wir zu erwägen haben, daß nun das Maß der Sicherheit des zionistischen Einflusses davon abhängt, welche Stärke, welche Anteilnahme die Zionisten innerhalb der Keren Hajessod-Beitragleistenden repräsentieren. Je stärker die Zionisten am Keren Hajessod sich selbst beteiligen werden, um so sicherer, um so stärker wird der zionistische Einfluß sein. Wir haben allen Beitragieistenden das Recht gegeben, sich in einem Council zu versammeln, der Vertreter in das Direktorium des Keren Hajessod entsendet. Wir haben diesen Wahlvorgang zugleich mit dem Proporz verbunden, so daß auch innerhalb des Wahlsystems eine Gruppe — sagen wir: Zionisten, die in der Minderheit sind, sich noch ihren Anspruch sichern kann. Damit ist bezüglich der Wahlen jede Schutzmaßregel getroffen, die sich vorsehen läßt. Ich vermute, daß wir einen Council haben werden, der neben nichtzionistischen Vertretern zionistische entsenden wird, und ich vermute zum zweiten, daß wir einen Council haben werden — und das ist der höhere Sinn — der durch den Keren Hajessod in das allgemeine jüdische Aufbauwerk und durch die Ausführung des Aufbauwerkes in das System des Zionismus hineinführen wird. Ich muß Herrn Simon auf einen besonderen Punkt aufmerksam machen, der seiner Aufmerksamkeit offenbar entgangen ist, daß, ganz abgesehen von der Aufstellung des Budgets, ganz abgesehen von dem Rechte der Verwendung der Gelder ausdrücklich in unseren Propositionen der Zionistischen Organisation das Recht der Ausführung aller Arbeiten mit dem Kapital des Keren Hajessod in Palästina zugesichert ist. Damit hat die Zionistische Organisation das Recht erhalten, das ihr als dem im Mandat vorgesehenen Agenten und Vertreter der Judenheit gegeben ist. Das ist die eine Seite und nun kommt die andere Seite des Problems. Sie wissen — und niemand weiß es besser als Herr Simon, — daß eine Hauptfrage, mit der wir uns zu beschäftigen haben, die ist, daß der Keren Hajessod angefordert wurde als eine selbständige Körperschaft und daß er auch 568

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