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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 567

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 567 (sequence 577)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4867-3481011
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Vizepräsident Motzkin: Es sind noch 16 Redner eingetragen. Wer für den Antrag Freedman ist, daß diese 16 Redner das Recht haben, zu sprechen, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist abgelehnt. Es ist selbstverständlich, daß das Direktorium des Keren Hajessod nach der allgemeinen Debatte das Recht auf eine Erwiderung hat. Ich erteile nun das Wort Herrn Dr. F e i w e 1. Mitglied des A.C. Dr. Berthoid Feiwel (deutsch): Geehrter Kongreß! Es hieße natürlich das Prinzip, das wir eingeführt haben, daß die Kommissionen, die tagelang zusammensaßen, die wichtigsten Angelegenheiten behandeln, ad absurdum führen, wollten wir uns hier im Plenum noch einmal in die Gänze der Diskussion einlassen. Die Kommissionen waren sozusagen ein Kongreß, in dem Bruchteile aller Richtungen und Landsmannschaften verhältnismäßig vertreten waren. Da diese Resolutionen, die Herr Dr. Hantke Ihnen zur Verlesung gebracht hat, das Resultat einer einmütigen Beschlußfassung waren, so mögen die Delegierten, die den Kommissionen nicht angehört haben, sich von vornherein sagen, daß alle Einwendungen und Bedenken, die jetzt noch geltend gemacht werden könnten, bereits in den Kommissionen vorgebracht wurden. Herr Simon hat in einer Art Generalrede gegen die Vorschläge, die die Kommission unterbreitet, Stellung genommen. Ich sage ausdrücklich, die Kommission, denn es war eine Vertretung des ganzen Kongresses, die unter Teilnahme der Direktion des Keren Hajessod die Beschlüsse gefaßt hat. Ich möchte nur in wenigen Worten darauf hinweisen, welches der Unterschied in der Betrachtungsweise des Herrn Simon und in der Anschauung ist, die ungefähr die der Kommission widerspiegelt; zunächst wegen der Struktur der Leitung des Keren Hajessod! Herr Simon sagte, daß die Zionistische Organisation als Trägerin des Mandats in Palästina die Aufgabe, die Pflicht und die Mission habe, den Keren Hajessod ganz in ihre Hände zu bekommen. Aber ich möchte Herrn Simon darauf aufmerksam machen, — nicht um ein Zitat zu bringen, sondern weil es das Wesen der Sache trifft — daß es in dem Mandatentwurf ausdrücklich heißt, daß die Zionistische Organisation das Amt der Jewish Agency haben soll mit der Aufgabe, alle Juden zur Mitarbeit heranzuziehen, die sich am Aufbau Palästinas beteiligen wollen. Es ist nun die Kardinalfrage — und diese Frage ist eminent politisch, eminent praktisch und zugleich prinzipiell: — soll und kann die Heranziehung aller Juden erfolgen, indem die Zionistische Organisation einen Appell erläßt oder soll die Heranziehung erfolgen, indem man die Juden aller Welt durch eine Art föderativen Verhältnisses mit der Zionistischen Organisation verbindet? Die erste Aufgabe hat der Zionismus 25 Jahre lang zu lösen versucht. Sie wird ihm nicht glücken und kann ihm nicht glücken, wenn der Zionismus das ist, was er ist: eine national-jüdische Bewegung und wenn er nicht sein Kardinales, seinen essentiellen Inhalt zum Opfer bringt. Diese Lösung erscheint für den nationaljüdischen Zionisten ausgeschlossen, selbst wenn sie irgendwie aussichtsreich wäre. Aber sie ist nicht aussichtsreich. Darum bleibt für den praktischen Menschen, für den, der nach zwei Richtungen wirtschaftlich sein will, einmal bei der Heranziehung derjenigen, die Geld geben wollen, dann bei der Ausführung der Arbeiten, nichts anderes übrig, als Mittel und Formen zu suchen, die, indem sie die Zionistische Organisation intakt lassen, ihr den Einfluß sichern, wirklich der Mandatsausführer zu sein und dennoch zugleich die Mitarbeit aller Juden ermöglichen. Herr Simon muß mit uns allen den Wunsch teilen, daß alle Juden am Keren Hajessod teilnehmen, zu ihm beitragen. Aber wenn er bei der ersten Hälfte des ,,do ut des'4, bei dem „do" anlangt, dann hilft er sich mit einer Vermutung. Er sagt: Die nichtzionistischen Juden, die zum Keren Hajessod beitragen, wollen an der 567

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