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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 556

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 556 (sequence 566)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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möge die Hand erheben. (Es erfolgt die Auszählung.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach erfolgter Auszählung:) Der Antrag auf 5 Minuten ist angenommen. Das Wort hat Herr Jean Fischer! Delegierter Jean Fischer (Belgien, deutsch): Verehrter Kongreß! Ich habe bloß drei Minuten zu reden. Gestatten Sie mir, zur Frage des Keren Hajessod folgende Erklärung abzugeben. Mein Standpunkt in dieser Frage nähert sich, besonders in Bezug auf das Prinzip der Investments, derjenigen Anschauung, die man den sogen, amerikanischen Standpunkt nennt. Ich glaube, daß es klar ist, und habe über den Keren Hajessod nichts weiter zu sagen. Zweitens habe ich noch folgendes zu erklären. In der Generaldebatte hat Herr Dr. W e i z m a n n Angaben über den Inhalt einer Artikelserie von N o r d a u gemacht. Nach Erkundigungen, die ich hier darüber einziehen konnte, ergibt sich, daß diese Angaben auf einem Mißverständnis beruhten. Delegierter Dr. Michael Ringel (Ostgalizien, deutsch): Da mir nur eine ganz kurze Redezeit zur Verfügung steht, will ich mich darauf beschränken, Ihnen die drei bzw. vier Anträge, die ich stellen will, kurz zu begründen. Ich muß zunächst betonen, daß ich der Leitung der Keren Hajessod-Sammlung, die im letzten Jahre die Aktion für den Keren Hajessod eingeleitet hat, einen Vorwurf nicht ersparen kann, weil ich vermieden sehen möchte, daß in der Zukunft derselbe Fehler begangen werde. Das Problem des Keren Hajessod ist zum Zentralproblem der Realisierung des Zionismus in Palästina geworden. Hier handelt es sich aber nicht allein um gute Sammler-Technik, sondern mehr noch um ein System von angewandter Psychologie und speziell um Kenntnis der Psychologie des jüdischen Volkes. Wenn wir unerhörte Opfer aus dem jüdischen Volke herauspressen wollen, muß es durch Agitation in eine Stimmung versetzt werden, durch eine tief bis in das Innerste der Volksseele reichende Agitation, so daß solche Szenen, die wir beispielsweise in Polen gesehen haben, zur Regel werden, wo man Juwelen und andere teuere Sachen von sich heruntergerissen und auf den Altar geworfen hat. Ich bin andererseits der Meinung, daß wir, wenn wir uns auf die Eingänge des Maasser allein beschränken und ruhig wie beim N. F. warten wollen, bis das langsam heranwächst, nicht die nötigen Fonds haben werden und daß die kostbare Zeit unnütz verstreicht. Deshalb will ich hier einige Anträge vorlegen, die dahinzielen, aus dem Keren Hajessod eine gut funktionierende Saugpumpe zu machen, die alle möglichen bisher schwer erreichbaren Fonds auf der ganzen Welt heraussaugt, um sie dann in der Form eines befruchtenden Regens in Palästina niedergehen zu lassen. In dieser Richtung würde ich folgendes proponieren: Sie wissen, daß bei den tausenden jüdischen Gemeinden, die in der ganzen Welt existieren, seit Jahrhunderten fromme Stiftungen und andere Fonds bestehen, von denen ein großer Teil entweder vergessen wurde oder die schon heute nicht aktuell sind. Ich will nur ein Beispiel nennen: — die Baron Hirsch'sche Stiftung in Galizien, die heute nicht mehr nötig ist. Es gibt vergessene Fonds, die in den Regierungskassen verschimmeln und die man vergißt, z. B. in Oesterreich der Fonds, welcher von der Koscherfleischsteuer geblieben ist und der schon in dem Jahre 1861 einen ansehnlichen Betrag bildete. Mein Antrag geht dahin, daß der Keren Hajessod eine Liste sämtlicher jüdischen Stiftungen und Fonds der 4—5000 jüdischen Gemeinden anzulegen hat. Sodann soll ein aus Sachverständigen bestehendes Kollegium die Stiftungsurkunden untersuchen, und wenn sich herausstellt, daß manche Stiftungen veraltet sind oder daß sich die tatsächlichen Verhältnisse geändert haben, soll es Schritte einleiten, daß alle diese Stiftungen in Bezug auf ihren Zweck geändert und dem Keren 556

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