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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 555

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 555 (sequence 565)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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widerte er mir: „das ist mir noch zu wenig; wenn ich hier im Saale eine recht große Menge orthodoxer Juden sehen würde, dann wüßte ich auch, daß die jüdischen Massen hinter uns stehen." Nun ist der Wunsch Herzls auf dem Wege, in Erfüllung zu gehen und das Verdienst an diesem Werke gehört in erster Linie uns Misrachi. Wir haben die Vertreter der jüdischen Massen hergebracht, 47 orthodoxe Rabbiner sind hergekommen und jeder weiß es, welchen Kampf es kostet und welches Opfer ein orthodoxer Rabbiner bringt, wenn er zu den Zionisten kommt. Wer uns die Arbeit unmöglich macht, sind die meisten zionistischen Führer, die alles mit Füßen treten, was uns heilig ist. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch. — Schlußrufe.) (Mitglied des A. C. Dr. Bodenheimer: Er hat die zionistischen Führer beleidigt, er muß das zurücknehmen!) Vizepräsident Dr. Klumel: Ich höre, daß Sie die zionistischen Führer beleidigt haben. Delegierter Dr. Rappaport: Selbstverständlich sind es nicht alle Führer. Einem zionistischen Führer ist es nicht gestattet, das zu entweihen, wofür er arbeitet, er darf die heiligen Gefühle des Volkes nicht verletzen. Das jüdische Volk ist fromm, die jüdische Masse ist den Traditionen seiner Väter treu, das jüdische Volk will mitarbeiten (Lebhafte Unruhe. — Vizepräsident Dr. Klumel: Ich bitte, nicht zu stören!), wir Misrachi haben unsere besten Kräfte gebracht. (Zu der Linken gewendet:) Ihr selber seid ja aus jenen frommen Massen gekommen und deswegen sitzt Ihr hier mit uns beisammen; * wenn Ihr Eure Kinder ohne Tradition erziehen werdet, dann werden diese nicht auf dem zionistischen Kongresse sitzen, sondern anderswo. (Unterbrechungen.) Wir verlangen für den Keren Hajessod und für alle jüdischen Unternehmungen, daß man die Gefühle des Volkes berücksichtigt. Wir verlangen Freiheit und Toleranz, nicht nur für Euch, sondern auch für uns. (Beifall.) Wir verlangen, daß in allen jüdischen Institutionen in Palästina der fromme Chaluznicht ausgeschlossen bleibt. Aufdieser Basis werden wir mit allen Institutionen und auch für den Keren Hajessod nach unseren besten Kräften arbeiten. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Klumel: Es liegt ein Antrag vor, daß man die Redezeit auf 10 Minuten beschränkt. (Rufe: 5 Minuten!) Also ein Antrag auf 10 und einer auf 5 Minuten. Gegen diesen Antrag Herr Dr. B r a u d e. Delegierter Dr. M. Braude: Die Keren Hajessod-Frage ist die entscheidende Frage des heutigen Kongresses. Es geht nicht an, die Redner zu zwingen, das, was sie zu sagen haben, in 5 Minuten zusammenzubrauen und eine Maschine aus dem Kongreß zu machen. Delegierter Dr. H. Schachtel (Deutschland, deutsch): Der Herr Vorredner hat Recht, daß der Keren Hajessod von großer Bedeutung sein müßte, er scheint aber zu vergessen, wie weit wir in der Zeit vorgeschritten sind. Herr Dr. Braude hat wohl auch nicht gehört, was Herr Dr. Hantke ausgeführt hat Ich glaube, daß jede weitere Erörterung überflüssig ist. Ich bitte daher, die Redezeit auf 5 Minuten zu beschränken. (Mehrere Delegierte verlangen das Wort.) Vizepräsident Dr. Klumel: Ich gebe niemandem mehr das Wort. Es liegen zwei Anträge vor. einer auf 5 Minuten, ein anderer auf 10 Minuten. Wer für 5 Minuten ist, 555

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