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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 551

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 551 (sequence 561)
Language
German, English, Hebrew
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ist der Maasser. Die Kommission ist der Ansicht, daß die Parole des Maasser sich als eine äußerst zweckmäßige Parole herausgestellt hat. Wir wissen sehr wohl, daß nicht jeder sofort bereit ist, den Maasser zu geben, und wir wissen sehr wohl, daß es auch hier einer nationalen Erziehung bedarf, um das Volk zu der richtigen Auffassung zu bringen, daß es wirklich verpflichtet ist, Maasser zu geben, um Palästina aufzubauen. Wir sind uns sehr wohl bewußt, daß auch unter uns Zionisten es nationaler Arbeit, einer starken Erziehungsarbeit bedarf, um uns selbst diese Forderung als eine notwendige erscheinen zu lassen. Dieses halbe Jahr der Keren Hajessod-Arbeit hat aber bewiesen, daß große Kreise des jüdischen Volkes schon heute die Notwendigkeit dieser Parole verstanden haben, und haben uns gezeigt, daß, wenn wir mit Ernst und Energie an diese neue Form der nationalen Erziehungsarbeit herangehen, wir allmählich im jüdischen Volke die Stimmung schaffen werden, in welcher das Geben des Maassers für Palästina als eine selbstverständliche Pflicht jedes bewußten Juden erscheinen wird. Wir sollen nicht nach einem halben Jahre verzweifeln, wenn nicht jeder von uns in der Praxis — und, geehrter Kongreß, ich wende mich vor allem an diejenigen, welche selbst in dieser Arbeit Praxis haben — den vollen Erfolg erzielt hat. Wir haben aber Beispiele genug, daß dieser Erfolg erzielt werden kann und erzielt wird, und wir können heute schon sagen: Je kräftiger das zionistische Selbstbewußtsein in einem Lande ist, desto größer sind die Möglichkeiten, den Maasser durchzuführen. Infolge dessen bittet die Kommission, daß der Kongreß diese Grundlage, auf der wir bisher in fast allen Ländern die Keren Hajessod-Aktion durchgeführt haben, festsetzt, nämlich daß der Keren Hajessod aufzubringen ist durch Abgabe von Vermögen und Einkommen auf der Grundlage des Maasser. Eine einzige Einschränkung schlagen wir Ihnen vor: Wir verstehen und verstanden vom ersten Tage ab, daß die Forderung des Maasser einer gewissen Anpassung an das tatsächliche Leben bedarf. Es ist ein Unterschied, ob einer nur für sich zu sorgen hat oder für eine zahlreiche Familie oder für andere Verwandte. Es ist ein Unterschied, ob in einem Lande andere jüdische Ausgaben in verstärktem Maße vorhanden sind oder nicht, und es gibt leider Gottes unter den heutigen Verhältnissen viele Länder, in denen ein großer Teil der Juden ein solches Minimum von Einnahmen hat, daß eben die Forderung des Maasser für diese Verhältnisse zu hoch ist. Wir schlagen daher vor, daß das Direktorium des Keren Hajessod nach Anhörung der Landeskomitees des Keren Hajessod Ausführungsbestimmungen festsetzen soll und hierbei ein gewisses Minimum bestimmt, das vom Maasser frei ist und die individuellen Verhältnisse berücksichtigen soll. Dies vorausgesetzt, bitten wir Sie, zu deklarieren, daß der Zionistenkongreß sich an das ganze jüdische Volk mit der Aufforderung wendet, durch den Keren Hajessod die Grundlage für den Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina zu legen und so den Keren Hajessod wirklich zu einem allgemeinen jüdischen Fonds zu machen. (Lebhafter Beifall.) Voraussetzung aber dafür, geehrter Kongreß, daß wir eine solche starke Forderung der Unterstützung des Keren Hajessod ohne Einschränkung durch das ganze jüdische Volk erheben können, ist, daß wir für uns Zionisten selbst die Erfüllung der Maasserforderung zu einer organisatorischen Pflicht machen. Wir bitten Sie, unsere Exekutive zu beauftragen, solche Maßnahmen zu treffen, um die Beschlüsse wegen der Maasser-Leistung in der Zionistischen Organisation zur strengen Durchführung zu bringen und alle zionistischen Arbeitskräfte für den Keren Hajessod zu mobilisieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich brauche zur Begründung dieser Forderung nicht viel zu sagen. Wir fühlen es alle, woran die Arbeit der letzten Jahre gelitten hat und daß es keinen anderen Weg gibt, um die Möglichkeiten, die uns in Palästina gegeben sind, zur Wirklichkeit zu bringen, als indem wir das Kapital schaffen, das notwendig ist, um ein

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